Zweite Liga

Union hofft auf Polter – gegen Aue und für die kommende Saison

Die Lobeshymnen wollten gar nicht mehr aufhören. „Eine tolle Truppe“ habe er, ließ Norbert Düwel, der Trainer des 1. FC Union wissen.

Eine Mannschaft mit „großem Teamspirit“, man müsse „vor ihr den Hut ziehen, gerade weil sie damals schon mit dem Rücken zur Wand gestanden und dann einen guten Job gemacht hat“. Damals, das war Anfang Oktober, als der Berliner Fußball-Zweitligisten zusammen mit Erzgebirge Aue das Tabellenende der Zweiten Liga zierte. „Wir wussten aber immer, dass wir die Kurve kriegen und besser sind als der Tabellenplatz“, so Düwel weiter.

Dass der Coach der Köpenicker seinen Profis solche Anerkennung zukommen lässt, hat nur bedingt damit etwas zu tun, dass Union am Sonnabend im vorletzten Heimspiel der Saison Aue empfängt (13 Uhr, Alte Försterei). Ein Beweggrund dürfte sein, gerade jetzt seinen Spielern den Rücken zu stärken, wo durch Sebastian Polter der Ausfall des Torjägers droht. 13 Saisontreffer gehen auf das Konto des Stürmers, hinzu kommen vier Torvorlagen. Kein andere Spieler im Union-Jahrgang 2014/15 ist wichtiger.

Es ist die Schulter, die Polter Sorgen bereitet. Die Rede ist von einer Stauchung und Prellung, den er sich beim 3:0 bei 1860 München am Sonntag zugezogen hat. „Wir werden alles dafür tun, dass er gegen Erzgebirge Aue auflaufen kann“, sagte Düwel: „Ob es reicht, werden wir sehen.“

Gleiches gilt auch für die Zukunft Polters, der vom Bundesligisten Mainz 05 nur für diese Saison ausgeliehen wurde. „Wir werden unsere Hausaufgaben machen. Dass ich froh wäre, wenn er bleiben würde, versteht sich wohl von selbst“, erklärte Düwel. Bislang muss der 24-Jährige im Sommer zurück nach Mainz, wo er noch einen Vertrag bis 2017 besitzt.

Keine Frage, Polter stünde Union gut zu Gesicht, nicht nur kommende Spielzeit, sondern auch gegen Aue. Denn die Erzgebirgler spielen gegen den Abstieg und haben durch den jüngsten Erfolg gegen Aufstiegskandidat Karlsruher SC (3:1) neue Hoffnung geschöpft. „Aue hat eine große Spiellaune und kommt mit gehörigem Selbstvertrauen“, weiß Düwel. Der Trainer erwartet deshalb einen Gegner, der sich nicht nur hinter reinstellen wird, sondern „selbst spielerische Lösungen zu finden versucht“. Das eröffnet Union den Platz, den jemand wie Polter hervorragend zu nutzen weiß – wenn er denn einsatzbereit ist.

Düwel bleibt optimistisch, zumal „wir ja auch schon Spiele ohne Polter gewonnen haben“. Es war genau eines, am 22. Spieltag beim 3:1 gegen Heidenheim. Damals war Polter gelbgesperrt.