Football

Zum Machtwechsel mit der U-Bahn

Quarterback Outlaw soll im Berliner Football für Rollentausch von Rebels und Adlern sorgen

In gewisser Weise war es nur konsequent, dass Darius Outlaw zu den Berlin Rebels zurückgekehrt ist. Schließlich bedeutet der Nachname des Amerikaners übersetzt „Gesetzloser“, was bestens zum Vereinsnamen des American-Football-Teams passt. Von 2009 bis 2013 hatte Outlaw bereits für den Klub gespielt, nach einem einjährigen Intermezzo beim Lokalrivalen Berlin Adler ist er nun zurück bei den Rebellen. „Es fühlt sich gut an, wieder da zu sein“, sagt der Quarterback, der künftig das Spiel der Rebels lenken soll.

Der 35-Jährige ist nicht der einzige Adler, der in dieser Saison die Farben des Lokalrivalen tragen wird. Gleich mehrere Spieler haben das schwarz-gelbe Trikot gegen das schwarz-weiße der Rebels eingetauscht, darunter mit den beiden Abwehrspezialisten Rory Johnson und Mario Nowak auch zwei der prominentesten Akteure der Adler. Ein Grund für die Wechsel waren sicher die finanziellen Schwierigkeiten des Klubs, der nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne erst kürzlich den Spielbetrieb für diese Saison sicherstellen konnte. Auch der Umgang der Adler mit Ex-Coach Kim Kuci, der im Juli 2014 kurz nach dem Erfolg im Eurobowl überraschend gefeuert worden war, stieß vielen bitter auf. „Das war nicht gut für die Stimmung im Team“, sagt Darius Outlaw.

Den Rebels soll es recht sein. Ein Machtwechsel bahnt sich an: Erstmals könnten die Charlottenburger am Saisonende vor den Adlern landen, auch weil sie mit Nationalspieler Ivo Schoenberner (Dresden) einen weiteren prominenten Akteur verpflichten konnten. „Wir wollen kein Versagerverein mehr sein“, sagt er. „Unser Ziel ist es, die Nummer eins in der Stadt zu werden“, meint auch Cheftrainer Javier Cook. Offizielles Saisonziel ist das Erreichen des Play-off, aber insgeheim träumen einige bereits vom German Bowl, dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft am 10. Oktober im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Ob die Finalträume gerechtfertigt sind, wird sich gleich zum Auftakt am Sonnabend zeigen, wenn die Rebels den amtierenden Meister aus Braunschweig empfangen (18 Uhr, Mommsenstadion). „Braunschweig ist stark, aber wir müssen nicht vor Ehrfurcht erstarren“, sagt Javier Cook. Darius Outlaw weiß, wie man die Lions schlägt. Im vergangenen Jahr gewannen die Adler dank seiner Leistung den Eurobowl gegen Braunschweig, das Finale des Europapokals; Outlaw wurde dabei sogar zum wertvollsten Spieler gewählt.

Auftakt gleich gegen den Meister

Der Amerikaner war Javier Cooks Wunschkandidat für die Rolle des Spielführers, auch weil er seit vielen Jahren in Berlin lebt und sich anders als manch anderer US-Import in der Stadt auskennt. „Ihm müssen wir nicht mehr erklären, wie man die U-Bahn benutzt“, so Cook. Ein weiterer Vorteil: Während seines ersten Engagements bei den Rebels hatte Outlaw die Jugend des Vereins betreut. Viele seiner Schützlinge von damals haben mittlerweile den Sprung ins Bundesligateam geschafft. „Ich weiß genau, wie sie ticken, weil ich sie selbst trainiert habe“, sagt der Quarterback.