Basketball

Alba behauptet mit Sieg in Ulm die Tabellenspitze

Starkes Schlussviertel sichert Berlinern 13. Auswärtserfolg

Ein bisschen war es wie am Anfang dieser Basketball-Saison. Alba Berlin lieferte sich mit Ratiopharm Ulm drei Viertel lang einen erbitterten Kampf, das Spiel stand auf Messers Schneide. Aber in den letzten zehn Minuten waren die Gäste aus der Hauptstadt das klar bessere Team, abgeklärter, eine Spitzenmannschaft, die auch ausgeruhter wirkte. Reggie Redding, Leon Radosevic und Clifford Hammonds legten für Berlin eine 18:4-Serie hin, von der sich die Schwaben nicht mehr erholen konnten. Alba gewann bei den heimstarken Ulmern 80:66 (35:34) und behauptet Platz eins in der Bundesliga-Tabelle.

Mannschaftskapitän Alex King erklärte, wie der Erfolg zustande kam. „Wir haben endlich wieder mehr Zeit, uns auf unsere Kontrahenten einzustellen“, sagte er, „außerdem haben wir eine tiefe Bank und konnten so im letzten Viertel noch einmal ein bisschen aufs Tempo drücken. So müssen wir jetzt weitermachen.“

Jetzt, wo die Doppelbelastung mit Bundesliga und Europaliga entfällt, kann Trainer Sasa Obradovic die Stärken seiner Spieler gleichmäßiger einsetzen. Und das letzte verbliebene Saisonziel, den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, in Angriff nehmen. Der Erfolg in Ulm war bereits der 13. Auswärtssieg dieser Saison für die Berliner. Es gibt keine Verletzten, die Stimmung ist nach dem Aus in der Euroleague und dem Scheitern im deutschen Pokal wieder steigend.

Redding stärkster Berliner

Einfach fiel der Sieg an der Donau gleichwohl nicht. Die Ulmer hatten ihre stärkste Phase im dritten Viertel, als sie begannen, immer sicherer ihre Dreier zu verwandeln. Da lagen sie plötzlich mit 45:39 vorn, die Berliner ließen für einen Moment die Köpfe hängen. Um nach einer Auszeit von Obradovic aber gleich wieder aufzustehen. Redding (18 Punkte), Alex Renfroe (16), Radosevic und Jamel McLean (je 11) streiften in diesem entscheidenden Moment jede Hektik ab, die zuvor manches Mal den Alba-Rhythmus gestört hatte, und kontrollierten endlich Tempo und Gegner. Ulm leistete sich jetzt schmerzhafte Fehlwürfe und Ballverluste, der Spitzenreiter ließ sich diese Chance nicht entgehen.

„Das war sehr gut für unser Selbstvertrauen“, sagte King. Vier Spiele haben die Berliner noch bis zum Play-off-Start, drei davon in heimischer Halle, das erste am Freitag (20 Uhr) gegen Aufsteiger Crailsheim Merlins. Beste Voraussetzungen, den wichtigen ersten Tabellenrang bis zum Schluss zu verteidigen. Der Sieg in Ulm war dafür eine wichtige Voraussetzung.