Tennis

Lisicki vergibt gegen Russland einen Matchball

Tennisspielerinnen liegen beim Fed Cup in Sotschi 0:2 zurück

Sabine Lisicki kämpfte schon beim Seitenwechsel mit den Tränen und stürmte nach ihrer bitteren Fed-Cup-Pleite sofort in die Kabine. Nach einem vergebenen Matchball verlor die ehemalige Wimbledon-Finalistin 6:4, 6:7 (4:7), 3:6 gegen Anastasia Pawljutschenkowa und verpasste beim Halbfinale in Russland den fest eingeplanten Ausgleich. „Ich bin sehr enttäuscht. Aber wir müssen jetzt positiv bleiben. Es sind noch drei Matches, und es gibt immer eine Chance zurückzukommen“, sagte Lisicki. Mit 0:2 liegen die deutschen Tennisspielerinnen nach dem ersten Tag zurück und dürften kaum noch Chancen auf den Einzug in das Endspiel haben.

„Wir werden versuchen, das Ding noch zu drehen“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner und malträtierte auf dem Podium den schwarzen Filzstift in ihrer Hand. Ihre Auswahl muss jetzt am Sonntag (12 Uhr/Sat.1 Gold) beide Einzel und das abschließende Doppel gewinnen, um doch noch wie im Vorjahr das Finale zu erreichen. Allerdings macht die Statistik wenig Mut: Noch nie hat eine deutsche Fed-Cup-Auswahl seit Einführung des Best-of-Five-Formats vor 20 Jahren einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Zudem konnten sich weder Lisicki noch Görges nachhaltig für einen weiteren Einsatz empfehlen. Görges unterlag im ersten Match des Tages der zweimaligen Grand-Slam-Turniersiegerin Swetlana Kusnezowa mit 4:6, 4:6.

63 unerzwungene Fehler

Rittner verteidigte ihre Entscheidung, die müden Spitzenkräfte Andrea Petkovic und Angelique Kerber zu schonen: „Ich habe auch die Aufgabe, meine Spielerinnen zu schützen. Wir hatten einen Matchball. Wenn es 1:1 stehen würde, müssten wir hier nicht diskutieren.“ Mit dem Druck des Rückstandes konnte Lisicki nicht umgehen. Die Berlinerin präsentierte sich trotz ihrer zuletzt wieder steigenden Formkurve am Ende zu unkonstant. In einem zerfahrenen Duell unterliefen ihr 63 unerzwungene Fehler. Nach 2:29 Stunden verwandelte Pawljutschenkowa ihren dritten Matchball.

Beim Stand von 6:5 im zweiten Satz hatte Lisicki ihrerseits einen Matchball vergeben und verschwand nach dem verlorenen Durchgang mit Rittner und ihrem Trainer Christopher Kas in der Kabine. Doch anstatt die alles andere als überragend aufspielende Weltranglisten-38. unter Druck zu setzen, flatterten ihr auch danach die Nerven.