Überzeugend

Klopps Abschiedstour beginnt mit einem Sieg

Sprechchöre für den scheidenden Coach beim 3:0 des BVB gegen Paderborn

Erst in den letzten Minuten der Partie kam die Zeit für große Gefühle. Als das 3:0 (0:0) über den SC Paderborn unter Dach und Fach war, erhoben sich selbst die Fans auf den teuren Plätzen von ihren Sitzen und feierten Jürgen Klopp in Sprechchören. Demütig und dankbar verneigte sich der zum Saisonende scheidende Dortmunder Fußballtrainer nach dem Schlusspfiff vor den Tribünen, kämpfte jedoch dagegen an, die Emotionen an sich heranzulassen. „Es wäre doch blöd, wenn ein 47 Jahre alter Mann jede Woche wild flennend rumsteht. Wir haben noch drei Heimspiele und können nicht bei jeder Partie den Trainer verabschieden“, sagte Klopp gefasst: „Was ab der 88. Minute geschehen ist, war zwar schön. Aber ich kann mich als Mensch nicht jede Woche aufs Neue darauf einlassen. Es wird einmal richtig emotional werden, aber bis dahin muss ich den Schutzpanzer tragen. Denn hier geht es um Fußball. Wenn so etwas passiert, darf ich nicht so genau zuhören, sondern muss das ignorieren.“

Dennoch wirkte Klopp wie von Lasten befreit. Schließlich vertrieb seine Mannschaft mit dem verdienten Erfolg über die Paderborner nahezu alle Abstiegssorgen und schuf die Voraussetzung für seinen würdevollen Abschied. „Für uns war es super wichtig. Schließlich war es ein Sechs-Punkte-Spiel. Dementsprechend fühlt es sich an“, kommentierte der Coach sichtlich zufrieden. „Hätten wir heute verloren, würden wir jetzt über ganz andere Dinge sprechen.“

Nur drei Tage nach der Nachricht vom Klopp-Rückzug zeigte die Borussia eine positive Reaktion. Dank der Tore von Henrich Mchitarjan (48.), Pierre-Emerick Aubameyang (55.) und Shinji Kagawa (80.) rangiert sie erstmals seit sieben Monaten wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz. Damit wahrte der Revierklub vor 80.667 Zuschauern die Chance auf die Europa League.

Allerdings war viel Geduld nötig, um die Gäste in die Knie zu zwingen. Immerhin 50 Minuten dauerte es, bis sich die Anspannung löste. Dabei erwies sich der zweite Saisontreffer von Mchitarjan als Türöffner ins Glück. „Danach war der BVB-Express nicht mehr aufzuhalten. Dann ging es zu schnell für uns“, bekannte André Breitenreiter. Trotz der vierten Auswärtsschlappe der Gäste in Serie ohne eigenes Tor demonstrierte der SC-Coach vor dem anstehenden Kampf um den Klassenverbleib Zuversicht: „Es ist noch lange nicht vorbei.“

Nur sieben Minuten nach der Führung nutzte Aubameyang ein Zuspiel von Matthias Ginter zum 2:0. Damit war der Widerstand der Gäste gebrochen. Phasenweise kombinierte der BVB nun nach Herzenslust. Mit dem 3:0 durch Kagawa waren die chancenlosen Gäste noch gut bedient.