Bundesliga

Stockers Traumtor rettet Hertha

Schweizer trifft zum 1:1 gegen Hannover. Die Berliner sind nun seit sechs Partien ungeschlagen

Valentin Stocker ist ein Fan von Zlatan Ibrahimovic. Doch Herthas Mittelfeldspieler redet nicht gern darüber. Vor kurzem hatte der Schweizer die Autobiografie Ibrahimovics gelesen. Der Schwede fasziniere ihn, weil er keine Angst habe und schöne Tore schieße, sagte er mal. Nun hat Valentin Stocker sich zumindest ein bisschen dem Superstar angenähert. Denn das Tor, das Stocker am Freitag zum 1:1 (0:0) für die Berliner gegen Hannover 96 erzielt hat, schießt sonst nur einer wie Ibrahimovic. Im Fallen aus 20 Metern ins untere Eck (83.).

„Das war ein Weltklassetor. Dafür lohnt es sich, ins Stadion zu gehen. Ich hatte Gänsehaut“, sagte Stockers Trainer Pal Dardai. „Manchmal ist es besser, wenn man gar nicht über die Situation nachdenkt, sondern einfach draufhaut“, sagte Stocker. Sein Tor war nicht nur schön, sondern auch wichtig. Nach dem Führungstreffer der Niedersachsen durch Christian Schulz (75.) bedeutete es das verdiente Unentschieden für die Herthaner, die nun mit 33 Punkten und acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone immer dichter an ihr Saisonziel Klassenerhalt herankommen.

Trainer Dardai ist zufrieden

„Das war wohl Schweizer Qualität“, sagte Stockers Landsmann und Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger über den Treffer. „Valentin kommt immer besser in Fahrt.“ Schon beim 2:0 gegen Paderborn am Sonntag hatte Stocker sein erstes Bundesligator erzielt. Hertha bleibt damit auch im sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage. „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, dass sie nach dem Rückstand noch einmal so zurückgekommen ist“, sagte Dardai.

Herthas Trainer vertraute der Startelf der Vorwoche, mit einer Ausnahme: Der verletzte Linksverteidiger Marvin Plattenhardt wurde von Nico Schulz ersetzt. Hannover erwischte den besseren Start. Richtig gefährlich wurden es aber zunächst nicht. Hertha ergriff dann mehr und mehr die Initiative. Salomon Kalou (19.), Genki Haraguchi (24.), erneut Kalou (25.) und Stocker (28.) verfehlten aber ihr Ziel.

Der beste Spielzug dann kurz vor der Pause: Per Skjelbred zog nach einem Ballgewinn das Tempo an und steckte geschickt auf den in den Strafraum startenden Stocker durch. Der Schweizer ging zu Boden, ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz aber blieb aus. Eine diskussionswürdige Entscheidung – Hannovers Schulz hatte Stocker gehalten. „Den kann man geben, muss man aber auch nicht“, sagte Dardai.

Hektisch auch der Start des zweiten Durchgangs. Hannovers Lars Stindl zog unvermittelt aus 25 Metern ab, traf aber nur den linken Pfosten. Vor den Augen der 46.000 Zuschauern kam Hannovers Schulz nach einer Ecke an den Ball und stocherte ihn über die Linie. Aber Hertha ließ sich nicht hängen. Skjelbred brachte einen Freistoß in die Mitte, und Stocker nahm den abgewehrten Ball an der Strafraumgrenze volley: 1:1. Es war bereits das fünfte von zehn Hertha-Toren unter Dardai, das nach einer Standardsituation gefallen ist.

Stockers sehenswerter Treffer bedeutete, dass Hertha sich langsam aber sicher aus dem Abstiegskampf verabschiedet. „Das Remis ist verdient und mit dem Punkt kann ich gut leben“, sagte Dardai. Am Sonnabend in einer Woche kann zu Hause gegen Köln der Klassenerhalt endgültig gesichert werden.