Fußball

Leverkusens Prügler Spahic drohen Haft und Entlassung

Trainer Roger Schmidt ist schockiert, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung, und der Verein schließt Sanktionen nicht aus.

Nach dem Prügel-Eklat könnten die Tage von Abwehrspieler Emir Spahic bei Bayer Leverkusen gezählt sein – auch wenn der Sünder inzwischen Reue zeigt.

„Nicht nur ich bin schockiert, er selber ist auch schockiert“, erklärte Schmidt nach einem Gespräch mit dem 34-jährigen Bosnier. Eine Gruppe um Spahic hatte sich im Anschluss an die Viertelfinal-Niederlage im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Bayern München (3:5 i.E.) in der BayArena eine handfeste Auseinandersetzung mit Ordnern des Vereins geliefert. Im Internet tauchte am Freitag ein Video des Vorfalls auf. „So kenne ich den Spieler nicht. Er war auf dem Platz immer aggressiv, aber nie unfair, und neben dem Platz sauber. Ich muss mir jetzt ein umfangreiches Bild machen“, sagte Schmidt. Der Werksklub kündigte unterdessen weitere Gespräche mit Spahic sowie dessen Anwalt und Berater an.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. „Es sind Aufnahmen, die für die richtige Bewertung der Sach- und Rechtslage, von Bedeutung sein werden“, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Der Strafrahmen bei einer schweren Körperverletzung liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. „Wenn Ergebnisse dieser Ermittlungen vorliegen, wird der Verein auch interne Sanktionen überprüfen“, teilte Bayer mit. Spahic, der Vertrag bis Juni 2016 besitzt, werde sich bei den betroffenen Ordnern persönlich entschuldigen, hieß es. In Mainz muss Schmidt heute ohnehin auf Spahic verzichten. Der Innenverteidiger steht aufgrund einer Syndesmose-Verletzung wochenlang nicht zur Verfügung. Möglicherweise wird Spahic aber überhaupt nicht mehr das Bayer-Trikot überstreifen.