Formel 1

Kampfansage an Vettel

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Mercedes will sich in Shanghai nicht noch einmal überraschen lassen

Nico Rosberg rechnet beim Großen Preis von China wieder fest mit einem Sieg von Mercedes. „Wir werden das Rennen unter uns ausmachen“, kündigte der Silberpfeil-Pilot vor dem Grand Prix am Sonntag (8 Uhr/RTL und Sky) in Shanghai forsch an. Zuletzt hatte Sebastian Vettel im Ferrari dem Mercedes-Duo Rosberg und Lewis Hamilton in Malaysia überraschend den Sieg weggeschnappt.

Damit das nicht wieder passiert, hat das Werksteam in den vergangenen Tagen weiter am Wagen getüftelt und wird mit technischen Neuerungen an den Start gehen. „Die Updates sollen uns weiter nach vorn bringen“, sagte Rosberg, der 2012 seinen ersten Sieg in China feierte, und ergänzte: „Ich erwarte uns hier als das stärkste Team, weil wir ein stärkeres Auto haben werden.“

Rückblickend bezeichnete Rosberg Vettels Sieg als einen „Schock. Bei uns hatte damit niemand gerechnet, aber uns wird das pushen“, sagte der Wahl-Monegasse, der nach wie vor seinen Teamkollegen und Weltmeister Hamilton als stärksten Gegner fürchtet. Dennoch beharrt er: „Ich will dieses Rennen gewinnen.“ Rosberg ist in der WM-Wertung aktuell Dritter.

Lässiger geht Vettel ins Rennen. Er schwelgte gar in Erinnerungen an denkwürdige Momente beim Grand Prix von China, wo er 2009 seinen ersten Sieg für Red Bull feierte. Seine Zielstrebigkeit sollen die Silberpfeile auch jetzt zu spüren bekommen. „Wir wollen uns diese Saison als das Team hinter Mercedes etablieren. Wenn wir das schaffen, wollen wir die Lücke zu Mercedes schließen“, sagte der Heppenheimer. Vettel will sich von seinem Triumph in Malaysia vor zwei knapp Wochen aber nicht blenden lassen. „Am Anfang einer Saison kann es rauf- und runtergehen. Wir wollen sicherstellen, dass wir ziemlich viele Hochs und nicht so viele Tiefs haben“, beteuerte er.

„Es ist schön, dass Euphorie herrscht.“ Für die nächsten Rennen müsse man aber die Euphorie bremsen. „Man darf nicht übermütig werden. Wir sind realistisch darüber, wo wir stehen.“ Zwei Siege hat Vettels Teamchef Maurizio Arrivabene als Ziel für diese Saison ausgegeben. Der Heppenheimer hätte große Lust, dieses Soll schon am Sonntag zu erfüllen. Letztmals gelangen der Scuderia im Herbst 2010 in Italien und Singapur zwei Erfolge nacheinander – eingefahren von Vettels Vorgänger Fernando Alonso. „In Malaysia sind einige Umstände zusammengekommen“, relativierte Vettel und sprach damit Faktoren wie Hitze und die clevere Reifenstrategie an.

Die Perspektive könne sich schnell wandeln, glaubt Rosberg, aber: „Sollte er weiter siegen, wird das zu einem Problem.“ Hamilton und Rosberg beteuerten allerdings, dass sie vom Auftritt der Scuderia nicht beunruhigt seien. Sie wissen, warum. Vettel auch. „Der Rückstand ist nach wie vor da“, erklärte er. „Wir müssen aufholen.“