Pokal-Märchen

Bielefelds unglaubliche Pokal-Reise soll noch nicht zu Ende sein

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Die Fans und der Sportchef träumen schon vom Finale in Berlin, die Spieler schüttelten beim Sprung auf den Zaun ihre Krämpfe aus den Beinen, und selbst Norbert Meier versuchte sich diesmal nur halbherzig als Spaßbremse.

Zwar untersagte der Trainer von Arminia Bielefeld seinen Pokal-Helden nach dem vierten Teil des westfälischen Pokal-Märchens das Feiern und beorderte sie am nächsten Morgen um 11 Uhr auf den Trainingsplatz. Doch dort erschien auch er gelöst und sichtlich gut gelaunt.

„Meine Brötchen beim Bäcker habe ich heute umsonst bekommen“, erzählte der 57-Jährige etwa zwölf Stunden nach dem Elfmeter-Krimi mit Happy End gegen Borussia Mönchengladbach. Auch die Spieler hatten nach dem 5:4 im Elfmeterdrama im Viertelfinale besondere Erlebnisse. „Als ich zum Auto kam, haben mir 1000 Menschen zugejubelt,“ berichtete Elfmeter-Held Alexander Schwolow, Arminias Torwart: „Die ganze Stadt ist euphorisiert. Es ist unglaublich, was man mit Fußball erreichen kann.“

Doch die unglaubliche Pokal-Reise der wundersamen Arminia soll noch nicht zu Ende sein. „Wenn man im Halbfinale steht, darf man auch vom Finale träumen“, erklärte Sportchef Samir Arabi, als sein Team nach Hertha BSC und Werder Bremen den dritten Bundesligisten eliminiert und als siebter Drittligist die Vorschlussrunde erreicht hatte. Torjäger Fabian Klos lässt sich von seinem Ex-Klub VfL Wolfsburg als Halbfinal-Gegner am 29. April nicht schrecken: „Wenn man einen Schritt vom Finale entfernt ist, tut man auch alles, um da hinzukommen.“

Zur Freude über den sportlichen Erfolg kommen die zwei Millionen Brutto-Einnahme für den kürzlich noch mit 30 Millionen verschuldeten Traditionsklub als warmer Geldregen. Doch das Duell mit dem Champions-League-Anwärter könnte zur Belastung für Kopf und Beine werden. Zahlreiche Arminen liefen am Ende der Verlängerung auf dem Zahnfleisch – und die Rückkehr in die 2. Bundesliga ist für Bielefeld noch existenzieller.

„Jetzt haben wir den Salat. Wieder ein Spiel mehr. Unsere Mannschaft ist dafür eigentlich nicht aufgestellt“, lästerte Meier. Trotz der sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz werde die Rückkehr in den Alltag sieben Spieltage vor Schluss „nicht einfach. Aber ich hoffe, dass das positive Erlebnis das Kräfte-Defizit ausgleicht.“