Volleyball

Nur der erste Schritt

BR Volleys bezwingen Düren, obwohl Kopf und Beine leer sind

Als der erste Schritt gemacht war auf dem Weg Richtung Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft, überwog ein Gefühl: Erleichterung. „Wir müssen froh sein, gewonnen zu haben“, sagte Kaweh Niroomand, der Geschäftsführer der BR Volleys, „das sind schließlich Menschen und keine Maschinen.“ Mit 3:1 (25:21, 25:27, 25:21, 25:17) hatte seine Mannschaft die Powervolleys Düren besiegt. Im Play-off-Halbfinale nach dem Modus „Best of five“ führen die Berliner 1:0.

Ein Spaziergang wird es nicht, den erwarteten Titel-Showdown gegen Herausforderer VfB Friedrichshafen zu erreichen, so viel ist allen klar. „Vorsicht vor Düren“, warnte Mittelblocker Felix Fischer, „die haben immer eine coole Stimmung in ihrer Halle. Es ist nie einfach, dort zu gewinnen.“ Am Sonntagnachmittag müssen die BR Volleys in der Arena Kreis Düren bestehen. Das gelingt nur, wenn die Leere aus den Köpfen und Beinen verschwindet.

Denn das war die größte Sorge gewesen: Wie verkraften es die Spieler des Titelverteidigers, nach dem emotionalen Höhepunkt Final Four der Champions League in den Liga-Alltag zurückzufinden? „Die geistige Frische fehlte auf jeden Fall“, sagte Trainer Mark Lebedew, „es war ein Kampf.“ Es spricht für die Mannschaft, dass es ihr gelang, gegen einen unorthodox spielenden Gegner dennoch Kurs zu halten. Trotz der nicht einfachen Umstände, mit denen die Spieler umgehen müssen.

Es ist ja nicht nur das große Turnier, das noch seinen Platz in den Köpfen der Spieler besetzt. Es ist auch die Ungewissheit, wie es weitergeht. Die Verträge von Trainer Lebedew und zehn Spielern laufen aus; Gespräche über die Zukunft sollen erst nach dem letzten Punkt der Saison geführt werden. Am besten soll das der verwandelte Matchball am Ende der Finalserie sein.

„Wir haben die Meisterschaft im Blick“, sagte Lebedew, „alles andere ist Geschichte.“ Dass dieses Umschalten nicht allen so leicht fällt wie Fischer („Ich hatte richtig Bock. Aus so einem Turnier kann man auch viel Positives mitnehmen“), war besonders in den Sätzen zwei bis vier gegen Düren zu sehen. Da wechselten starke Phasen mit Minuten der Unkonzentriertheit bei einigen Leistungsträgern wie Robert Kromm (21 Punkte), Paul Carroll (16) oder Tomas Kmet (9). Ob das im zweiten Spiel anders wird, muss man sehen. „Das wird uns begleiten“, erwartet Niroomand. „Wir brauchen jetzt eine charakterstarke Mannschaft.“ Aber ohne zu zögern, fügte der Manager entschlossen hinzu: „Die haben wir.“