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Tuchel erhält ein unmoralisches Angebot vom HSV

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Warum der 41-jährige Trainer in der Bundesliga so begehrt ist

Thomas Tuchel, 41, genießt bei Fußball-Bundesligisten, die in Not sind, mittlerweiler ein Heilsbringer-Image. So heißt es, dass einer der am höchsten verschuldeten Verein in Sport-Deutschland, der Hamburger SV, die Dienste von Tuchel mit einem unmoralischen Angebot gewinnen will.

Die Rede ist von einem stolzen Jahres-Salär von 3,2 Millionen Euro für Tuchel, addiert zu einem Vier-Jahres-Vertrag würde das 12,8 Millionen Euro für den Übungsleiter einbringen. Zudem stellt der HSV Tuchel in Aussicht, den ohnehin chronisch überteuerten Kader mit Spielern für 25 Millionen Euro umbauen zu dürfen. Tuchel würde damit nicht nur der teuerste HSV-Trainer der Geschichte. Sein Job sei zudem ausgestattet mit so viel Macht wie für keinen anderen Trainer der Liga. So berichtet es die „Bild“. Tuchel dürfe die Strukturen im Verein nach seinen Vorstellungen umbauen.

Am Wochenende hatten Klubchef Dietmar Beiersdorfer und Aufsichtsratsboss Karl Gernandt ihr Interesse an einer Verpflichtung Tuchels erstmals öffentlich erklärt. Diese Option sei „sehr, sehr intensiv und detailliert durchdekliniert“, sagte Gernandt im NDR Sportclub. Tuchel „kostet viel Geld. Ob er teuer ist, muss man rausarbeiten. Wenn er es wert ist, ist er nicht teuer“. Trotzdem staunen Beobachter der Szene. Den HSV drücken Verbindlichkeiten von 90,5 Millionen Euro. Seit vier Jahren schreibt der HSV rote Zahlen. In der vergangenen Saison war es ein Bilanzdefizit von 9,7 Millionen Euro. Der Gehaltsetat des laufenden Spieljahres wurde trotz gegenteiliger Behauptungen vor der Saison auf knapp 55 Millionen Euro aufgebläht. Bezahlen will der seit Jahren klamme Klub den Tuchel-Deal offenbar mit den Finanzspritzen zahlungskräftiger Privatsponsoren. „Klaus-Michael Kühne, Alexander Otto und ein dritter Investor, der nicht genannt werden will, seien bereit, ordentliche Beträge auf den Tisch zu legen – und das, ohne Gegenleistungen dafür zu verlangen“, sagte Gernandt.

Tuchel gehört zu jenen raren Trainern, die es wagen, gewohnte Pfade zu verlassen. So hat er sich in seinem Sabatjahr nicht nur mit Pep Guardiola, dem Trainer-Guru des FC Bayern getroffen. Er hat sich auch mit Matthew Benham ausgetauscht, einem englischen Mathematiker und Statistiker. Der ist Wettanbieter aus London und besitzt mit dem englischen Zweitligisten Brentford FC und dem FC Midjylland, Tabellenführer in Dänemark, zwei Klubs. Tuchel hat mit Benham über dessen Philosophie gesprochen, das Coaching im Spiels nicht aus dem Gefühl heraus zu machen, sondern auf Basis einer Unzahl aktueller Daten.