Volleyball

Gipfeltreffen der Weltstars

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Ein Kubaner und ein Iraner wollen Polens Weltmeistern in Berlin die Show stehlen

Am Tag vor dem großen Turnier sagen alle Spieler der beteiligten Klubs das Gleiche in ähnlichen Worten. „Wir wollen hier unsere beste Leistung bringen, dann ist für uns alles möglich“, glaubt Mariusz Wlazly vom polnischen Volleyball-Meister Skra Belchatow. Alle wollen in Berlin gewinnen, und alle vier Teams beim Final Four der Champions League können das auch. Letztlich entscheiden Kleinigkeiten, die Tagesform, wer in den Partien BR Volleys gegen Zenit Kasan (17 Uhr, Sport1) und Belchatow gegen Polens Meisterschaftszweiten Resovia Rzeszow (20 Uhr, jeweils Schmeling-Halle) triumphiert.

Das größte Starensemble vereint jedenfalls Zenit Kasan in seinen Reihen. Erst 21 Jahre ist der Kubaner Wilfredo Leon alt, doch trotz der überragenden Besetzung seines Teams ragt er heraus. Mit 145 Punkten im Saisonverlauf ist er der beste Angreifer seiner Mannschaft, noch vor Olympiasieger Maxim Michailow, der wie Zenit-Kapitän Nikolai Apalikow 2012 in London die Goldmedaille gewann. Das Besondere an der Leistung Leons ist neben seiner Jugend, dass er nach der Flucht aus seinem Heimatland zwei Jahre gesperrt war und trotzdem auf Anhieb einschlug – im doppelten Wortsinn. „Selbst in dieser Superstarauswahl spielt er eine super Saison“, lobt Berlins Trainer Mark Lebedew. Ein besonderer Spieler ist außerdem der Iraner Mir Saeid Marouflakrani. „Alle nennen ihn nur Marouf“, sagt Lebedew, „viele halten ihn für den besten Zuspieler der Welt.“ Kasan nimmt zum sechsten Mal am Final Four teil, zum fünften Mal in Folge, und siegte 2008 und 2012.

Den Titel als wertvollster Spieler der Welt erhielt im vergangenen Jahr Diagonalangreifer Wlazly, nachdem er mit den Polen im eigenen Land Weltmeister geworden war. Zum WM-Team gehörten außerdem Michal Winiarski, Michal Bakiewicz und Marcin Mozdzonek, dazu kommt mit Ferdinand Tille ein deutscher WM-Dritter und – nicht zu vergessen – der Serbe Srecko Lisinac, in der Saison 2013/14 noch Liebling der Berliner Fans. Belchatow veranstaltete 2008, 2010 und 2012 das Final Four, gewann es aber nie. Im Finale vor drei Jahren scheiterten die Polen im Tie-Break mit 15:17 an Kasan. Dennoch ihr bisher bestes Resultat.

Debütant wie die BR Volleys ist Rzeszow mit dem deutschen Nationalmannschaftskapitän Jochen Schöps. Resovia hat in Piotr Nowakowski, Dawid Konarski, Fabian Drzyzga, Lukasz Perlowski und Krzysztof Ignaczak fünf Weltmeister in seinen Reihen. Lebedew glaubt, dass diese Mannschaft bessere Finalchancen hat. Im polnischen Play-off wartet sie auf ihren Endspiel-Konkurrentenen, Belchatow liegt gegen Gdansk 1:2 zurück. „Sie haben auch in der Liga zuletzt Skra geschlagen und einen Lauf, besonders Schöps“, urteilt der Berliner Coach.

( diw )