Motorsport

Mit Binde im Helm bekämpft Rosberg die Hitze in Malaysia

Das Formel-1-Wochenende begann mit einem Rekord.

Sagenhafte 62 Grad war der Asphalt am Donnerstag heiß, So brütend war es noch bei keinem Formel-1-Rennen in der Geschichte der Asphalttemperaturmessung. Laut Vorhersage sollen die Temperaturen in Malaysia bis zum Start am Sonntag (9 Uhr MESZ) kaum unter die 30-Grad-Marke fallen. „Es ist das härteste Wochenende der Saison“, sind sich die Fahrer einig.

Unterschiedlich ist aber der Umgang mit den hitzigen Bedingungen. Nico Hülkenberg etwa legt seine feuerfeste Unterwäsche in den Stunden vor dem Start in den Eisschrank. „Erst fünf Minuten vor dem Anziehen nehme ich sie heraus und klopfe sie weich. Das ist dann sehr angenehm“, sagte der Force-India-Pilot. Besonders lange funktioniert die Kühlung bei knapp 35 Grad und 75 Prozent Luftfeuchtigkeit allerdings nicht. Wie seine Kollegen auch ist er besonders früh angereist, um seinen Körper an die extremen Bedingungen zu gewöhnen.

Auch Fernando Alonso, stieg zeitig in den Flieger in Richtung Asien. Für den Spanier ging es dabei allerdings nicht nur um die Akklimatisierung. Der McLaren-Star hatte eine Untersuchung durch die Ärzte des Automobil-Verbandes Fia zu absolvieren. Er erhielt nach der Gehirnerschütterung nach dem Unfall bei den Testfahrten grünes Licht, auch wenn es immer noch Verwirrung über die Unfallursache gibt. „Man muss sehr viel trinken“, sagte Alonso, der vor einigen Jahren beinahe kollabiert wäre, weil seine Trinkflasche während des Rennens nicht funktionierte: „Ansonsten rasselt der Blutdruck in den Keller, wenn man aus dem Auto aussteigt.“

Wie 24 Stunden in der Sauna

Den kuriosesten Weg im Kampf gegen die Tropenhitze wählt Nico Rosberg. Der Mercedes-Pilot erläuterte am Donnerstag anschaulich, wozu sich Damenbinden zweckentfremden lassen: „Meine Sehfähigkeit leidet, wenn ich so stark schwitze, dass mir der Schweiß in die Augen rinnt. Deswegen lege ich mir eine Damenbinde auf die Stirn, bevor ich den Helm überziehe.“ Deren Saugkraft helfe wirklich gut, um klare Sicht zu behalten, versicherte der Weltmeistersohn. Als er das Erstaunen seiner Zuhörer realisierte, fügte er schnell an: „Ich hoffe, ich habe jetzt keinen Insider-Trick ausgeplaudert.“ Viele Nachahmungstäter wird es nicht geben.

Der anschaulichste Vergleich gelang Kimi Räikkönen. Der sonst so schweigsame Ferrari-Kollege von Sebastian Vettel geriet beim Thema Hitze regelrecht in Plauderlaune: „Es ist hier wie in einer finnischen Sauna, aber das 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.“