Justiz

Neues Gesetz: Doper riskieren auch die Karriere nach dem Sport

Das neue Anti-Doping-Gesetz hat die wohl entscheidende Hürde genommen.

Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett einen entsprechenden Entwurf – gegen alle Widerstände, unter anderem auch aus dem organisierten Sport und der Opposition. Das Gesetz bündelt die bisherigen Rechtsvorschriften zur Dopingbekämpfung, die vor allem auf die Strafverfolgung von Hintermännern und kriminellen Netzwerken ausgerichtet waren. Mit dem neuen Gesetz wird es vor allem aber auch den zu illegalen Mitteln greifenden Athleten an den Kragen gehen. Danach sollen Selbstdoping und der Besitz von leistungssteigernden Substanzen strafbar werden. Geldstrafen und Gefängnisstrafen von bis zu drei beziehungsweise zwei Jahren können verhängt werden.

Diese neue Härte würde eine „abschreckende Wirkung haben“, sagte Justizminister Heiko Maas (SPD) der Berliner Morgenpost. „Sportlerinnen und Sportler haben alle ein Leben nach dem Sport. Dann müssen und wollen die meisten von ihnen einem ganz normalen Beruf nachgehen.“ Und dort hätten sie als Vorbestrafte dann geringere Chancen. Betroffen sind übrigens nur die rund 7000 Topathleten, die Mitglied in einem Testpool des nationalen Doping-Kontrollsystems sind oder durch den Sport „erhebliche Einnahmen“ erzielen.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte Bedenken gegen den Straftatbestand des Selbstdopings angemeldet und will diese auch bei der fälligen Anhörung im Bundestag noch einmal ansprechen. Der DOSB fürchtet vor allem eine Beeinträchtigung der (schnellen) Funktionsfähigkeit der Sportgerichtsbarkeit. „Die Debatten werden im Bundestag weitergehen. Und dafür ist er ja auch da“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Mit einer Verabschiedung durch das Parlament wird bis Jahresende gerechnet.

Nach Ansicht von Maas hilft es Hamburg auch bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024: „Mit unserem Anti-Doping-Gesetz unterstützen wir die Olympia-Bewerbung Hamburgs.“ Athleten, Zuschauer, Sponsoren und Verbände wollten alle saubere Spiele. „Die Konsequenz im Kampf gegen Doping sollte bei der Vergabe von Olympischen Spielen eine Rolle spielen.“