Kriminalität

Neue Hinweise auf Minderjährigen-Doping

Die Vorwürfe gegen den westdeutschen Spitzensport und seine Doping-Praktiken in den 1970er- und 1980er-Jahren erhärten sich.

Wie das WDR-Magazin „Sport Inside“ am Montag berichtete, verdichten sich nun auch die Hinweise auf Minderjährigen-Doping mit System. „Sport Inside“ recherchierte im Staatsarchiv Freiburg und sichtete Akten aus einem Ermittlungsverfahren gegen den Freiburger Mediziner Armin Klümper. Dabei stieß das Team auf eine Rechnung für Medikamentenlieferungen. Die Rechnung sei ausgestellt für Arzneien, die Chef-Verbandsarzt Klümper dem Bund Deutscher Radfahrer ausdrücklich „für die gesamte Betreuung von Jugendlichen und Junioren“ zukommen ließ. Die beigefügte Medikamentenliste mit Präparaten für insgesamt 3146,20 D-Mark enthielt vier der seinerzeit im Spitzensport häufig eingesetzten Anabolika, sowohl Ampullen als auch Tabletten: Testoviron, Primobolan, Deca-Durabolin und Megagrisevit. Zudem sei das Leberschutzmittel Hepagrisevit gelistet worden. „Sport Inside“ sieht darin einen ersten Beleg dafür, „dass ein olympischer Spitzenverband in der alten Bundesrepublik Dopingmaßnahmen auch für minderjährige Athleten geplant hatte“.