Handball

Treffen mit der Zukunft

Die Füchse empfangen Wetzlar mit dem künftigen Berliner Tönnesen

Die blonden Haare wehen nach hinten, wenn Kent Robin Tönnesen aus dem rechten Rückraum zum Sprung ansetzt. Das schwarze Haarband bändigt die schulterlangen Strähnen, so dass der Norweger beim Torwurf einen freien Blick auf des Gegners Schlussmann hat. Die Zielgenauigkeit seiner Würfe hat auch die Füchse-Verantwortlichen überzeugt, und so unterschrieb der 23-jährige Handballprofi ab Sommer einen Vertrag beim Berliner Bundesligaklub bis 2017. Noch spielt Tönnesen aber in Wetzlar, und mit der HSG tritt er an diesem Mittwoch bei den Füchsen in der Schmeling-Halle (19 Uhr, Restkarten an der Abendkasse) an. Es ist quasi ein Treffen mit der Zukunft.

Remis im Hinspiel

Wetzlar (Platz zehn) steht in der Tabelle nur zwei Punkte hinter den Füchsen (acht). „Das ist also ein Spiel auf Augenhöhe“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, „und solche Spiele haben wir in 2015 bislang immer für uns entscheiden können. Vor heimischer Kulisse muss es unser Anspruch sein, diese Partie zu gewinnen.“ Zudem gilt es, die „fürchterliche“ (Hanning) erste Halbzeit des EHF-Cup-Spiels am vergangenen Sonntag gegen den FC Porto (25:20) wettzumachen. Und Trainer Dagur Sigurdsson sagt: „Jetzt geht es Schlag auf Schlag, da müssen wir uns einfach besser präsentieren.“

Einen guten Eindruck will freilich auch Rückraumspieler Tönnesen in Berlin hinterlassen. Im Hinspiel hatten sich beide Mannschaften mit einem 24:24-Unentschieden getrennt, dabei hatte der Norweger sich mit sieben Treffern als erfolgreichster Werfer seines Teams für einen Vertrag bei den Füchsen empfohlen. Sowieso ist der Nationalspieler, der 2010 im Auswahlteam debütierte und seitdem 42 Länderspiele absolviert hat, torlustig. Im Schnitt erzielte er in der laufenden Bundesligasaison 5,1 Treffer. Zwischendurch hatte er aufgrund eines Muskelbündelrisses acht Spiele pausieren müssen, jetzt aber ist der 1,94-Meter-Mann wieder voll fit.

„Wir sind spielerisch von ihm sehr überzeugt“, sagt Hanning. Tönnesen sei ein Handballer, der das Spiel auch breit machen kann, „so dass wir mehr Fläche gewinnen. Und er hat uns auch mit seinem Wesen eingenommen“. Heißt also, er passt vom Charakter her gut ins Berliner Team. Das ist für die Füchse neben den handballerischen Qualitäten stets auch eine wichtige Bedingung, um einen Spieler zu verpflichten. Von daher ist sich Geschäftsführer Hanning auch sicher, dass er auf der Position im rechten Rückraum gut mit Fabian Wiede, 21, harmonieren wird. „Die beiden sind auf einem guten und ähnlichen Niveau und werden sich gut ergänzen. Außerdem haben wie damit diese Position doppelt gut besetzt. Das ist für uns sehr wichtig.“

Tönnesen selbst ist schon voller Vorfreude auf seine künftigen Aufgaben in Berlin. „Ich freue mich sehr auf die großartige Chance, ab Sommer bei einem Topverein wie den Füchsen spielen zu können“, sagt der smarte Norweger, „die Füchse sind eine sehr starke Mannschaft mit vielen Ambitionen. Mein Ziel ist es, dass ich mich gemeinsam mit dem Team weiterentwickele und dann natürlich möglichst viele Spiele zu gewinnen. Und ich will mit den Füchsen im Europacup spielen.“