Achtelfinaleinzug

Lisicki siegt wieder und rechnet mit ihren Kritikern ab

Berliner Tennisprofi fühlt sich ungerecht behandelt

Sabine Lisicki saß strahlend im Tennis Garden von Indian Wells und verspürte spät am Abend vor allen Dingen eines: tiefe Genugtuung. Vorwürfe und bissige Kommentare über ihre Dauerkrise hatten der Fed-Cup-Spielerin aus Berlin in den vergangenen Monaten mächtig zugesetzt. Erst recht, weil sich Lisicki ungerecht behandelt fühlte. Ihr Achtelfinaleinzug bei dem hochkarätig besetzten WTA-Turnier in der kalifornischen Wüste wirkte da wie eine Ansage an die Schar ihrer Kritiker. Nach dem Motto: „Was wollt ihr denn, ich kann es doch.“

Lisicki wählte bei ihrer kleinen Abrechnung nach dem 6:4, 6:2 gegen die an Position elf gesetzte Sara Errani (Italien) andere, aber gleichwohl deutliche Worte. „Man fühlt sich schon zu Unrecht so behandelt“, klagte die Nummer 30 im WTA-Ranking über das vielfach entstandene Bild in der Öffentlichkeit: „Niemand sieht, was man im Hintergrund macht, wie man arbeitet. Es wird nur das bewertet, was auf dem Platz passiert.“

Und weil das zweifelsohne so ist, war die Wimbledon-Finalistin von 2013 zuletzt in den Medien nicht gerade gut weggekommen. Vor dem Start des mit 5,38 Millionen Dollar dotierten Hartplatzturniers von Indian Wells hatte Sabine Lisicki nur eines ihrer sechs Matches 2015 gewonnen.

Der Spaß am Tennis sei nach den Enttäuschungen der vergangenen Zeit „zwischendurch“ weg gewesen. „Vielleicht auch durch ein bisschen Verzweiflung“, meinte Lisicki, die in der Nacht auf Mittwoch auf die Französin Caroline Garcia (Nr. 25) traf. Lisicki hatte bereits seit Monaten ein „gutes Gefühl“ bei der Arbeit mit Trainer Christopher Kas. „Ich habe immer daran geglaubt, dass es funktioniert, auch wenn man es auf dem Platz noch nicht gesehen hat. Es läuft immer besser und besser.“