Handball

Aus Fehlern gelernt

Gegen den FC Porto will Füchse-Profi Fabian Wiede seinen Aufwärtstrend fortsetzen

Fabian Wiede erinnert sich noch gern daran. „Es war ein Superereignis“, sagt er mit Blick auf das Final Four um den EHF-Pokal im Mai des vergangenen Jahres. Doch der Handball-Profi von den Füchsen Berlin macht gleich eine Einschränkung: „Auch wenn wir das Ziel damals nicht erreicht haben.“ Das Berliner Team schien in der Schmeling-Halle alle Trümpfe in der Hand zu haben, verlor aber im Halbfinale gegen den späteren Pokalsieger Pick Szeged (Ungarn); am Ende blieb Platz drei.

„Ich hoffe, wir machen es dieses Jahr besser“, erklärt Linkshänder Wiede. Denn auch in diesem Jahr wird die Vierer-Endrunde um den unter der Champions League angesiedelten EHF-Cup in der Schmeling-Halle stattfinden. Doch noch sind die Füchse nicht für dieses Highlight qualifiziert. Das Final Four ohne den Gastgeber? „Das wäre nicht auszudenken“, sagt Bob Hanning, der Geschäftsführer des Klubs, der – wie im vergangenen Jahr – ein großes finanzielles Risiko mit der Veranstaltung eingeht.

Doch am Sonntag (17.15 Uhr, Schmeling-Halle) können die Berliner gegen den FC Porto so gut wie alle Zweifel wegwischen. Bei drei Siegen und einer Niederlage fehlt noch ein Erfolg gegen den portugiesischen Meister, damit das Ziel erreicht ist. Zum Abschluss müssen die Berliner dann noch am kommenden Sonnabend beim Tabellenletzten Novi Sad antreten. Die Gruppenersten und die drei besten Zweitplatzierten aus den vier Gruppen qualifizieren sich fürs Viertelfinale. Die Berliner genießen als Veranstalter den Vorteil, diese Runde überspringen zu dürfen, sie wären gleich für die Endrunde in eigener Halle gesetzt.

Jetzt erst einmal Porto, das zwei seiner bisher vier Partien in der Gruppe C gewonnen hat. „Ein Gegner auf Augenhöhe“, so Hanning. Es wurde bei den Füchsen nicht nachgekartet nach dem Debakel beim Meister THW Kiel, als das Berliner Team am vergangenen Donnerstag mit 18:32 unterging. Man hat sich damit abgefunden, „dass wir in dieser Saison gegen eine solche Spitzenmannschaft einfach keine Chance haben“ (Hanning).

Die Saison der Füchse ist bisher von einem Auf und Ab geprägt. Vom Spiel gegen Kiel mal abgesehen, zeigte die Leistungskurve des Berliner Teams zuletzt nach oben. Eine Parallele auch zu Wiede. Der 21-Jährige sagt: „Die Pause im Winter hat mir gutgetan, ich konnte etwas regenerieren.“ Der Jungnationalspieler war von Bundestrainer Dagur Sigurdsson, der auch sein Coach bei den Füchsen ist, nicht für die Weltmeisterschaft in Katar Anfang des Jahres nominiert worden. Er musste in Berlin bleiben.

Nicht für die WM nominiert

Sehr enttäuscht sei er nicht gewesen, erzählt Wiede, der im rechten Rückraum spielt. „Natürlich wäre ich gerne dabei gewesen, aber ich bin ja noch jung.“ Hanning sieht die Nichtnominierung auch als Ergebnis, dass Wiede sich „zu schnell zu zufrieden gegeben hat“. Wer es nach ganz oben schaffen wolle, müsse „jeden Tag aus seiner Komfortzone rausgehen“, so der Geschäftsführer. Jetzt jedoch habe Wiede aus den Fehlern gelernt und sei wieder „vom Rückwärtsgang in Richtung Vorwärtsgang unterwegs“.

„Ich bin zufrieden“, sagt Wiede selbst, „vor allem in der Abwehr habe ich mich weiterentwickelt.“ Auch Sigurdsson sieht den jungen Mann „wieder im Kommen“. Aber er verlangt auch: „Ich möchte mal zehn Spiele sehen, in denen er kontinuierlich gut spielt.“ Fabian Wiede arbeitet daran.