Handball

Schwache Füchse kassieren in Kiel herbe Niederlage

Gerade sechs Minuten waren gespielt, und Silvio Heinevetter saß auf der Bank der Füchse Berlin. Nicht noch, sondern schon.

Der Nationaltorhüter hatte in der Startaufstellung gestanden, aber keinen der ersten fünf Würfe des THW Kiel abwehren können, es hieß bereits 1:5. Da beorderte Trainer Dagur Sigurdsson seinen Schlussmann Nummer eins vom Feld und Petr Stochl ins Tor. Auch der Tscheche konnte allerdings nicht verhindern, dass die Partie wenig später entschieden war, sein Team beim Bundesliga-Tabellenführer nach 25 Minuten mit 4:15 zurücklag und schließlich mit 18:32 (9:16) förmlich unterging.

14 Tore Differenz wie in der vergangenen Saison geben nicht einmal wieder, wie chancenlos die Füchse waren. Bei ihnen funktionierte fast nichts, weder defensiv noch offensiv. Besonders die schwachen Außen Fredrik Petersen und Mattias Zachrisson ließen ungezählte Chancen ungenutzt, wenn die Norddeutschen angesichts ihrer klaren Führung mal ein bisschen den Dampf aus dem Spiel nahmen. Die Berliner Abwehr offenbarte riesige Lücken. Und hatten sich die Gäste einmal etwas herangeschlichen, wie beim 9:15 oder ein letztes Mal beim 15:21, erhöhte der THW wieder seine Anstrengungen. Dann machte sich ein Klassenunterschied bemerkbar gegen die Berliner, die doch eigentlich zur erweiterten Spitze im deutschen Handball zählen. Für sie erzielte Petar Nenadic die meisten Tore (fünf/davon zwei Siebenmeter), für die Gastgeber Marko Vujin (8/5).

Vielleicht lag es daran, dass die Kieler so früh so klar in Führung lagen, dass sich nie ein attraktives Spiel entwickelte. Auch der THW überzeugte nicht und sparte vermutlich Kräfte für das Champions-League-Achtelfinale am Sonntag bei Titelverteidiger Flensburg-Handewitt. Eine Niederlage an der Ostsee hatte Sigurdsson sicher einkalkuliert, doch mit dem blutleeren Auftritt seiner Spieler kann er nicht einverstanden sein. Hatte die durch viele Verletzungen zurückgeworfene Mannschaft nach missratener erster Saisonhälfte doch gute Ansätze gezeigt, seit die Liga im Februar wieder läuft. Die schlappe Vorstellung in Kiel ist aber wenig angetan, Mut zu machen für das EHF-Pokalspiel am Sonntag (17.15 Uhr/Schmeling-Halle) gegen den FC Porto.