Teamsprint

Weltmeister Rydzek gewinnt und staucht Teenager zusammen

Von wegen Mr. Nice Guy.

Nach seinem Sieg im Teamsprint von Lahti nahm sich Kombinations-Weltmeister Johannes Rydzek seinen Konkurrenten Jarl Magnus Riiber zur Brust und stauchte den erst 17 Jahre alten Norweger zusammen. So sehr, dass es dem sonst dauerfreundlichen Rydzek schon wenige Minuten später unangenehm war. „Das tut mir leid. Er ist ein super Typ“, sagte Rydzek, der sich auf der Schlussrunde mit dem forschen Teenager beständig ins Gehege gekommen war: „Meine Reaktion war nicht in Ordnung, aber das geschah aus der ersten Emotion heraus.“

Das deutsch-norwegische Scharmützel warf einen kleinen Schatten auf einen großen Tag für Rydzek, dem gemeinsam mit Fabian Rießle im letzten Teamsprint der Saison die eindrucksvolle Revanche für die WM in Falun gelungen war. Dort hatte sich Rydzek Frankreichs Schlussläufer Jason Lamy Chappuis knapp gechlagen geben müssen, diesmal lag er 10,9 Sekunden vor dem zweitplatzierten Fünffach-Weltmeister und seinem Kollegen Sebastien Lacroix.

Das eigentliche Duell fochten aber Rydzek und Riiber aus. Das deutsche Duo hatte den ursprünglich 53 Sekunden großen Rückstand auf Norwegens Duett mit Olympiasieger Jan Schmid und dem Ausnahmetalent konsequent verkleinert, auf der Schlussrunde war Rydzek dran – doch Riiber wehrte sich mit allen Mitteln. „Er hat immer versucht, mir den Weg abzuschneiden. Das ist ja auch cool, dass so junge Leute den Kampf suchen“, sagte Rydzek: „In der letzten Abfahrt wurde es dann ein wenig viel, er hat versucht, mich abzudrängen, und wir beide sind geflogen. Ich hatte zum Glück nur einen Stock gebrochen. Ich bin auf den Kopf gefallen und war wohl im Ziel nicht richtig bei mir. Ich kann nur sorry sagen.“ Riiber verlor bei dem Crash Schuh und Ski, Norwegens Duo wurde disqualifiziert.

Dennoch schlug Rydzeks Verbalattacke hohe Wellen – prompt gab es einen Twitter-Anpfiff von Norwegens Star Magnus Moan, der in Lahti pausierte. „Spar es dir, Rydzek“, schrieb der Olympiasieger. Das deutsch-norwegische Duell bleibt heiß. Dritte wurden in Lahti die Norweger Magnus Krog und Haavard Klemetsen, das zweite deutsche Team mit Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) und Manuel Faißt (Baiersbronn) kam auf Platz acht.

Für die Deutschen war es der erste Teamsprint-Erfolg seit Januar 2014, als Rießle/Tino Edelmann in Chaux-Neuve gewannen. Die beiden Weltcup-Wettbewerbe der laufenden Saison waren an Norwegen gegangen.