Doping

Prominente Fälle: Rehmer wurde für neun Spiele gesperrt

Seit 1988 gibt es im deutschen Fußball Doping-Kontrollen.

Zuerst wurden nur Urinproben nach den Bundesligaspielen genommen. Seit 1995 wird auch im Training kontrolliert. Die Zahl der Tests hat von etwa 100 pro Saison auf rund 2200 in der vergangenen Spielzeit zugenommen. Bislang führt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Wettkampfkontrollen durch, die Nationale-Anti-Doping-Agentur (Nada) die Trainingstests (zuletzt 15 Prozent davon als Bluttests). Ab Sommer übernimmt die Nada alle Dopingkontrollen. Die Nationalspieler sind dem sogenannten ADAMS-System angeschlossen, in dem sie auf den Tag genau ihren Aufenthaltsort und ihre Erreichbarkeit angeben müssen. Dennoch hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Dopingskandale gegeben. Eine Auswahl:

Roland Wohlfarth, Stürmer beim VfL Bochum, ist der erste offiziell überführte Doping-Täter in der Bundesliga. Ihm wird am 5. Januar 1995 die Einnahme des Aufputschmittels Norephedrin nachgewiesen.

Am 26. September 1998 wird dem Bochumer Thomas Ernst die Einnahme einer Kreislauf stabilisierenden Substanz nachgewiesen. Ernst wird freigesprochen, der VfL erhält eine Geldstrafe von 80.000 Mark.

1998 wird dem tschechischen Torwart Petr Kouba (1. FC Kaiserslautern) zur Behandlung eines Knorpelschadens ein anaboles Steroid verabreicht. Nach einer Selbstanzeige im Februar 1999 wurde Kouba für vier Wochen gesperrt.

29. Mai 1999: Thomas Ziemer (1. FC Nürnberg) wird auf ein anaboles Steroid positiv getestet – neun Monate Sperre.

Borussia Mönchengladbach bekommt den Hallenmasters-Titel aberkannt, weil bei Quido Lanzaat am 15. Januar 2000 in Folge von Haschischkonsum die Einnahme von Tetrahydrocannabinol (THC) nachgewiesen wurde.

Auch der Dortmunder Ibrahim Tanko wird am 29. November 2000 positiv auf THC getestet – vier Monate Sperre und 15.000 Mark Geldbuße.

Am 15. Mai 2004 wird Ex-Nationalspieler Marko Rehmer (Hertha BSC) die Einnahme von Betamethason nachgewiesen – neun Spiele Sperre.

Nemanja Vucicevic (1860) wird am 2. Dezember 2005 vom DFB-Sportgericht nach der Einnahme eines Haarwuchsmittels mit der verbotenen Substanz Finasterid sechs Monate gesperrt.

Bei Tobias Francisco von Regionalligist SV Babelsberg 03 wird am 21. November 2009 bei einer Dopingprobe ein erhöhter Testosteron/Epitestosteron-Quotient von 32,8 festgestellt. Der Grenzwert liegt bei vier.