Bundesliga

Dortmund gegen Schalke wird zum Kampf der Systeme

Ein Sieg gegen den Erzrivalen wäre Balsam für die BVB-Seele

Für die Fans ist es die Mutter aller Derbys, für die Profis der ultimative Kick und für die Polizei eine der größten Herausforderungen der Saison: Das Duell zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 garantiert Leidenschaft und Emotionen. Selbst die beteiligten ausländischen Profis können sich dem Nervenkitzel nicht entziehen. „Es ist immer das wichtigste Spiel der Saison“, sagt der Pole Jakub Blaszczykowski. Ähnlich groß ist die Vorfreude bei seinem Dortmunder Teamkollegen Pierre-Emerick Aubameyang: „Derby-Siege sind fast wie ein Orgasmus. Ich liebe solche Spiele.“

Anders als in den vergangenen Jahren geht der BVB am Sonnabend (15.30 Uhr) nicht als Favorit in die Partie. Schalke hat als Tabellenvierter momentan üppige zehn Punkte Vorsprung auf den Revier-Nachbarn, der derzeit nur auf Rang zwölf rangiert. Eine Ausgangslage, die die Schwarz-Gelben zusätzlich anspornen dürfte. Denn: Ein Sieg über den Erzrivalen könnte die Fans für die bislang ernüchternde Saison entschädigen.

Drei Bundesliga-Siege haben der Borussia neues Selbstvertrauen gegeben. Bei Schalke ist der Trend indes gegenläufig. Mäßige Auftritte gegen Frankfurt (0:1) und Bremen (1:1) kosteten Rang drei, der die direkte Champions-League-Qualifikation sichert. Kapitän Benedikt Höwedes hofft auf eine Wende: „Wir möchten unbedingt wieder drei Punkte holen. Das Derby ist Motivation genug.“

Fans stehen unter Beobachtung

Dortmund gegen Schalke, das ist aktuell auch ein Kampf der Systeme. BVB-Coach Jürgen Klopp bevorzugt Pressing-orientierten Vollgasfußball, sein Gegenüber Roberto Di Matteo eine Safety-First-Strategie. „Bis auf die letzten Spiele ist Schalke zu einer Ergebnismaschine geworden“, sagte Klopp, und warnte seine Profis vor allzu großem Offensivdrang. „Wir müssen sie bearbeiten und brauchen Geduld. Das wird eine Herausforderung.“

Viel wird davon abhängen, wie seine Elf ihr Defensivproblem in den Griff bekommt. In den jüngsten drei Partien gegen Mainz (4:2), Stuttgart (3:2) und Juventus Turin (1:2) kassierte der BVB sechs Gegentore. Zudem muss Klopp seine Abwehr umbauen. Weil Lukasz Piszczek (Sprunggelenksverletzung) für Wochen ausfällt und der Einsatz von Sokratis (Adduktorenprobleme) gefährdet ist, wird wohl Oliver Kirch auf der rechten Seite verteidigen.

Bei Schalke hat sich die Personalsituation hingegen entspannt. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar kehrt ins Team zurück. „Das wird uns gut tun“, sagte Di Matteo. Auf ein Stürmertor hat der Trainer in diesem Jahr bislang vergeblich gewartet.

Wie zuletzt üblich müssen die Fans beider Seiten erneut mit Einschränkungen rechnen. Die Polizei hält an ihrem Konzept zur strikten Trennung beider Fan-Gruppen fest – sowohl bei der An- und Abreise als auch im Stadion. Zwischen dem Schalker-Block und den Heimfans bleiben mehr als 1000 Plätze frei. Die Fans stehen unter Beobachtung: Kommt es erneut zu Ausschreitungen, könnten die Nachbar-Duelle künftig ohne Gäste-Anhänger stattfinden.