Basketball

Alba verliert Punkte und zwei wichtige Spieler

Hammonds und McLean nach 55:67 in Ludwigsburg verletzt

„Bei uns in der Kabine sah es nach dem Spiel schlimm aus. Überall waren Eisbeutel im Einsatz.“ Mithat Demirel war nach dem 55:67 (36:33) Alba Berlins bei den Riesen Ludwigsburg nicht sehr positiv auf die Gangart des Kontrahenten zu sprechen. „John-Patrick-Stil“, nannte der Sportdirektor den knochenharten Einsatz der Schwaben, die den Berlinern in der Basketball-Bundesliga die dritte Niederlage in Folge zufügten. Patrick ist Ludwigsburgs Trainer. Als „Katastrophe“, beschrieb Teamkapitän Alex King das Spiel und die Negativserie, „das müssen wir jetzt langsam mal stoppen. Sonst sieht es bald bitter aus.“

Es könnte noch bitterer werden. Alba-Spielmacher Clifford Hammonds bekam in der ersten Hälfte einen Schlag aufs Bein; der eisenharte Amerikaner konnte danach nicht weitermachen. Dazu traf die Berliner, dass auch noch ihre beiden anderen Point Guards, Alex Renfroe und Reggie Redding, Mitte der zweiten Hälfte mit fünf Fouls ausschieden – so verlor Alba völlig die Kontrolle über die Partie.

Bis zur Halbzeit hatten die Gäste in einem unansehnlichen Basketballspiel ja noch geführt. Doch schon da gelang ihnen in den letzten viereinhalb Minuten kein Feldkorb mehr. Im dritten Viertel ebenfalls nicht, nur Youngster Ismet Akpinar und Akeem Vargas verwandelten vier Freiwürfe. Dieses Viertel gewann Ludwigsburg mit 8:4, ein fast unglaublicher Wert. Im Schlussabschnitt dauerte es weitere zwei Minuten, ehe Jamel McLean (mit 14 Punkten bester Berliner) Alba endlich einen Feldkorb bescherte. Insgesamt 16:40 Minuten hatte es gedauert.

So gewinnt niemand ein Basketballspiel. Und nicht mit den 30 Prozent Trefferquote, die Alba produzierte. Zu allem Überfluss konnte auch McLean die Partie nicht zu Ende spielen, er schied mit muskulären Problemen im Oberschenkel aus. Ob er und Hammonds am Freitag in der Euroleague beim Spiel in Barcelona einsatzfähig sind, müssen heute medizinische Untersuchungen zeigen. Für die Berliner heißt es jetzt, schleunigst wieder in die Spur zu finden. „Die Ludwigsburger haben uns mit ihrer Art zu spielen den Zahn gezogen“, ärgerte sich Demirel, „wir müssen uns jetzt physisch stabilisieren, und die mentale Frische muss schnell zurückkommen.“ Die harte Saison mit Europa- und Bundesliga, bis in den Dezember hinein noch kein Problem für die Berliner, zeigt allmählich doch Wirkung.