Motorsport

Alonso nach Unfall in Barcelona im Krankenhaus

Unfallzeuge Vettel: „Das Tempo war eher langsam, vielleicht 150“

Schrecksekunde bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona. McLaren-Pilot Fernando Alonso ist nach einem heftigen Unfall ins Krankenhaus gebracht worden. Der Spanier krachte nach Angaben der Streckenbetreiber auf dem Circuit de Catalunya gegen eine Mauer. Nach ersten Untersuchungen im Streckenhospital wurde Alonso mit einem Hubschrauber in eine Klinik in Barcelona geflogen. Alonsos Manager Luis Garcia Abad wollte nicht bestätigen, dass der 33-Jährige kurzzeitig das Bewusstsein verloren hatte. Zeugen berichteten, Alonso sei für mehrere Minuten nicht ansprechbar gewesen.

Zunächst war unklar, ob technisches Versagen oder ein Fahrfehler des zweimaligen Weltmeisters Ursache für den Unfall war. „Die Geschwindigkeit war eher langsam, vielleicht so 150 Stundenkilometer. Dann ist er genau in die Mauer gefahren, es sah seltsam aus“, zitierte das Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“ den Ferrari-Piloten Sebastian Vettel. Der Deutsche war kurz vor dem Unfall direkt hinter dem McLaren-Star gefahren.

Bilder zeigen, dass Alonso mit seinem Auto wohl seitlich gegen die Begrenzungsmauer krachte und dabei die rechte Seite seines Boliden beschädigte. Alonso zog sich keine nennenswerten Verletzungen zu, das ergab eine Computertomografie. Bei den bisherigen Tests hatte McLaren mit dem neuen Motorenpartner Honda immer wieder technische Probleme beklagt und hatte daher viel weniger Übungsrunden gedreht als geplant.

Besser lief es im Vorfeld der am 15. März in Australien beginnenden Weltmeisterschaft für Alonsos Nachfolger bei Ferrari. Noch stapelt Sebastian Vettel tief. Der 27-Jährige will „die Füße auf dem Boden halten“, „Schritt für Schritt“ gehen, weil es „ein weiter Weg“ sei und „es wieder Mercedes zu schlagen“ gilt. Nach guten Vorstellungen bei den Übungsfahrten in Jerez fällt auch die Barcelona-Bilanz der Ferrari-Truppe gut aus. Vettel genehmigte sich sogar sanften Spott in Richtung Weltverband (Fia). „In diesen schwierigen Zeiten scheint es das Einzige zu sein, worauf man sich einigen kann“, kommentierte Vettel das neue Verbot, ständig das Helmdesign zu verändern.

Natürlich gibt es für Vettel und den neuen Teamchef Maurizio Arrivabene wichtigere Themen. Ferrari, das seit Mai 2013, als Alonso in Barcelona siegte, ohne Erfolg ist, ist immer noch ein ganzes Stück von Branchen-Primus Mercedes entfernt. Dennoch: Dass bei den Roten die Chemie stimmt, haben längst schon andere erkannt. „Ferrari macht einen guten Eindruck“, sagt Lewis Hamilton.