Skispringen

Deutsche Ski-Asse feiern ein Wintermärchen

WM-Gold für Kombinierer Rydzek und Skispringerin Vogt

Erst stürmte Johannes Rydzek in der Nordischen Kombination zum Titel, dann kürte sich Carina Vogt zur ersten deutschen Skisprung-Weltmeisterin. Am goldenen Freitag kamen Deutschlands Ski-Asse bei der WM in Falun kaum aus dem Jubeln heraus. Zwei Stunden lagen zwischen den Triumphen, mit denen die deutsche Bilanz von vor zwei Jahren schon am zweiten Tag der Titelkämpfe übertroffen wurde. In Val di Fiemme gab es nur einen WM-Sieg durch Eric Frenzel, der dieses Mal als Vierter leer ausging und zu den ersten Gratulanten gehörte. „Johannes hat es mehr als verdient“, sagte der Olympiasieger über Rydzek.

Der Oberstdorfer setzte sich nach einem Sprung und dem 10-Kilometer-Langlauf vor dem Italiener Alessandro Pittin durch. „Ich dachte, ich träume. Es war ein sehr bewegender Moment“, beschrieb der Champion seine Emotionen beim Überqueren der Ziellinie in der Lugnet Arena. Minuten später übermannten Rydzek die Emotionen noch einmal. Bei der Blumenzeremonie musste er sich eine Träne aus dem Gesicht wischen, ehe er die Deutschland-Fahne ausgelassen schwenkte. Das gesamte deutsche Kombinierer-Team stand dabei und feierte ihn. Schon auf der Schanze hatte er mit 93 Metern und Rang fünf den Grundstein gelegt. „Es war sein bester Sprung im ganzen Winter“, lobte Bundestrainer Hermann Weinbuch, „er hat alles richtig gemacht. Er ist ein verdienter Weltmeister.“

Knieoperation gut verkraftet

Das gilt auch für Carina Vogt. Nach ihrem erneuten Triumph schlug sie ungläubig die Hände vor das Gesicht, wenig später kämpfte sie bei der Siegerehrung mit den Tränen. Ein Jahr nach ihrem Olympiasieg flog die 23-Jährige in Falun zum WM-Gold. „Es ist unglaublich, dass es zum Saison-Höhepunkt wieder geklappt hat. Ich bin etwas gefasster als in Sotschi, freue mich aber riesig“, sagte Vogt. In einem Herzschlagfinale verwies die Polizeimeisteranwärterin aus Degenfeld mit Weiten von 91,5 und 92 Meter die Japanerin Yuki Ito um 1,8 Punkte auf Rang zwei. Für Weltcup-Spitzenreiterin Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich, die zur Halbzeit noch in Führung lag, blieb Bronze.

Bundestrainer Andreas Bauer war begeistert. „Das ist ein traumhafter Tag für uns. Die vergangenen zwölf Monate sind wie ein Märchen“, sagte Bauer und fasste im Zeitraffer zusammen: „Erst der Olympiasieg, dann die Knieoperation, später der schlechte Saisoneinstieg, die ersten zwei Weltcupsiege, und heute ist sie Weltmeisterin.“