Bericht

Bundesrechnungshof rügt DOSB für intransparente Sportförderung

Paukenschlag durch den Bundesrechnungshof (BRH).

Die Kontrollbehörde des Bundes sieht eklatante Mängel in der Sportförderung und fordert eine Entmachtung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Dem Dachverband droht nach dem Vorstoß der Politik beim Anti-Doping-Gesetzes damit ein erneuter Schlag im Ringen um Einfluss und Deutungshoheit.

„Die dargestellten Fördermittel der Verbände sind weder transparent noch untereinander vergleichbar“, hieß es in einem Prüfbericht der Behörde, die zwei Jahre prüfte, wie bis zu 270 Millionen Euro an Steuergeldern verteilt werden.

Mannschaftssport benachteiligt

In dem 22-seitigen Bericht empfahl der BRH neue Verteilungskriterien mit mehr Transparenz. Bislang würden Schwimmen und Leichtathletik mit ihren vielen Medaillenchancen ungerechtfertigt viel Geld bekommen, Mannschaftssportarten wie Hockey, Volleyball und Basketball indes würden dagegen benachteiligt.

Der DOSB solle zudem sein „Beratungsmonopol“ verlieren, weil er als Interessensvertreter der Sportverbände „nicht neutral“ sei. Das Innenministerium (BMI) soll künftig mehr Kontrolle ausüben. Die Prüfer rieten dem BMI, „sich sportfachlich von neutralen Einrichtungen beraten zu lassen“.

Viele der Vorschläge lägen auf der Linie des BMI, erklärte der zustänige Sportabteilungsleiter Gerhard Böhm. Am 11. März würden Innenminister Thomas de Maizière und DOSB-Präsident Alfons Hörmann eine Überprüfung des gesamten Leistungssports ankündigen. „Da kommt alles auf den Prüfstand, kein Stein bleibt auf dem anderen“, sagte Böhm.

Distanziert reagierte der DOSB: „Eine Reihe von Vorschlägen führt aus unserer Sicht nicht zu mehr Effizienz, wie sie dringend geboten wäre, sondern bloß zu mehr Bürokratie – das kann von keiner Seite gewollt sein.“ Man halte es für „problematisch und systemfremd“, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft als nachgeordneter Behörde des BMI ohne unmittelbaren Bezug zur Trainings- und Wettkampfpraxis die Rolle des sportfachlichen Beraters zuzuweisen.

Generell kann der BRH nichts bestimmen, er spricht lediglich Empfehlungen aus, denen die Behörden jedoch oftmals folgen. Grünen-Politiker Öczan Mutlu zeigte sich erfreut, „weil sich die Kritik des Bundesrechnungshofes auch mit unserer Kritik deckt. Wir haben immer gemehr Transparenz fordert.“