Fußball

Bitterer Abend für Xabi Alonso

Platzverweis im Jubiläumsspiel und kein Bayern-Sieg gegen Donezk

Da blieb Xabi Alonso nur noch ein bittersüßes Lächeln. Nach 65 Minuten musste der Spanier im Dress des FC Bayern den Rasen des Stadions in Lemberg verlassen. Weil er seinen Gegenspieler Alex Teixeira im Mittelfeld zu Fall gebracht hatte und vom spanischen Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco mit Gelb-Rot bedacht wurde, blieb der 100. Auftritt des Superstars in der Champions League ein wenig ruhmreicher. Zumal es gegen Schachtjor Donezk im Hinspiel des Achtelfinales keinen Sieg gab. Denn obwohl der Deutsche Meister selbst in Unterzahl die bessere Mannschaft gewesen ist, reichte es für das Star-Ensemble von Trainer Pep Guardiola nur zu einem torlosen Unentschieden. Damit ist klar: Die Bayern müssen im Rückspiel in drei Wochen definitiv gewinnen, soll der Sprung ins Viertelfinale gelingen.

Mario Götze fasste den Auftritt der Münchner treffend zusammen. „Wir haben uns sehr schwer getan, was das letzte Drittel auf dem Platz betrifft“, sagte der Nationalspieler. Tatsächlich bestimmten die Bayern die Partie über weite Strecken. Doch gegen die tief stehenden Ukrainer, noch dazu seit 69 Tagen ohne ein Pflichtspiel, fehlte die Idee, der letzte sichere Pass oder der Torabschluss. Wir hätten hier gern ein Tor geschossen“, sagte Götze, „das wäre sehr wichtig gewesen.“

Schachtjor mit Zweikampfhärte

Trotz der frostigen Temperaturen um minus fünf Grad entwickelte sich ein hitziges Spiel, in dem die Bayern den mit sechs Brasilianern angetretenen ukrainischen Meister sofort gehörig unter Druck setzten. Gerade einmal 97 Sekunden waren gespielt, als Arjen Robben Bastian Schweinsteiger bediente, dessen Volleyschuss von der Strafraumgrenze knapp am Tor von Andrej Pjatow vorbeiflog. Wenig später missriet dem von Robben freigespielten Thomas Müller aus spitzem Winkel der Abschluss (11.).

Die fast ausgelassene Stimmung auf den Rängen im Ausweich-Spielort Lemberg wurde noch besser, als es Schachtjor allmählich gelang, sich mit Zweikampfhärte aus der Umklammerung der Münchner zu befreien. Im Spiel nach vorne ging allerdings auch von Torjäger Luiz Adriano kaum Gefahr aus. Der neunfache Champions-League-Torschütze machte gegen seine Bewacher Jerome Boateng und David Alaba keinen Stich. Bis auf einen Freistoß von Jaroslav Rakyskij hatte Manuel Neuer in der ersten Halbzeit nichts zu halten.

Dafür winkte den Bayern in der 31. Minute die Führung, als Franck Ribéry den Ball auf Müller ablegte, der aus zehn Metern unkonzentriert über das Tor schoss. Ansonsten war von dem Franzosen, der nach seinem Kurzeinsatz gegen Hamburg wieder von Beginn an ran durfte, offensiv nicht viel zu sehen.

Unter dem Motto Warten auf den Fehler des Gegners stand die zweite Halbzeit, die erneut viele Scharmützel auf dem Rasen, aber kaum technisch feinen Fußball bot. Erst duellierte sich Ribéry mit Douglas Costa, der den Ellbogen ausfuhr und nur mit Gelb bedacht wurde, dann geriet Alonso mit Alex Teixeira im Zweikampf. Für einen vergleichsweise harmlosen Rempler musste der Spanier Mitte der zweiten Hälfte mit Gelb-Rot vom Feld, aber auch in Unterzahl behielt Pep Guardiolas Elf das Heft in der Hand. Nur zu einem Sieg reichte es nicht. „Wir haben noch ein zweites Spiel, da müssen wir nun alles reinwerfen“, sagte Götze. Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer hält das 0:0 „für gefährlich. Aber wenn man weiterkommen will, muss man auch ein Spiel gewinnen. Man sieht, dass wir bis zu unserer Bestform noch Luft nach oben haben und im Rückspiel eine Schippe drauf legen müssen.“

Chelsea holt Remis in Paris

Der FC Chelsea hat sich eine aussichtsreiche Ausgangsposition für das Erreichen des Viertelfinales verschafft. Der Titelgewinner von 2012 kam beim französischen Meister Paris St. Germain zu einem 1:1 (1:0). Dabei vergab der Spitzenreiter der englischen Premier League allerdings die Führung durch Branislav Ivanovic, der in der 36. Minute mit einem Kopfball zur Stelle gewesen war. Ebenfalls per Kopf gelang Edinson Cavani (54.) der Ausgleich. Der Uruguayer verpasste bei einer tollen Einzelaktion rund zehn Minuten vor Schluss den Siegtreffer nur um Haaresbreite. Das Rückspiel an der Londoner Stamford Bridge findet am 11. März statt.