Basketball

Alba verliert gegen Oldenburg auch die Tabellenführung

Schiedsrichter drängt sich zu sehr ins Berliner Rampenlicht

Drei Tage nach dem Europaliga-Triumph bei Maccabi Tel Aviv hat Alba Berlin in der Heimat einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic unterlag vor 8049 Zuschauern in der Schmeling-Halle den EWE Baskets Oldenburg mit 83:89 (36:38) und ist zum ersten Mal seit Beginn dieser Basketballsaison nicht mehr Bundesliga-Tabellenführer. Die Baskets Bamberg zogen durch ihren klaren Erfolg gegen Trier an den punktgleichen Berlinern vorbei. „Platz eins in der Tabelle war nie unser Hauptziel“, trug Obradovic diesen Verlust mit Fassung, „mich stört viel mehr, dass wir heute das Spiel von Beginn an nicht unter unserer Kontrolle hatten.“

Es war ein eher unattraktives Basketballspiel, das von zwei Dingen geprägt wurde: einem furiosen, emotionalen Schlussviertel und einem Schiedsrichtergespann, das viel zu großen Einfluss auf den Spielverlauf nahm. Im perfekten Fall bemerkt man in einem Basketballspiel die Unparteiischen gar nicht. So gesehen, wurde gestern das Gegenteil von Perfektion geboten.

Die Oldenburger, die im Europapokal schon kläglich ausgeschieden sind, wirkten frischer und vor allem treffsicherer. Ihre Dreier setzten den Gastgebern schon in Hälfte eins arg zu, da blieb Alba aber immer auf Tuchfühlung. Auch Mitte des dritten Viertels stand es noch ausgeglichen (48:48). Dann begannen die Distanztreffer von Maurice Stuckey, Chris Kramer und Nemanja Aleksandrov Alba förmlich den Nerv zu rauben. Und der klein gewachsene Schiedsrichter Boris Schmidt. „Wir waren die bessere Mannschaft und hätten den Sieg verdient gehabt“, fand Akeem Vargas, „aber wir mussten mit schwierigen Umständen umgehen.“ Eine zarte Andeutung, an wem es gelegen haben soll. Mannschaftskapitän Alex King wollte zu den Unparteiischen keine Aussage treffen: „Kein Kommentar von mir.“ Nur ein viel sagendes Grinsen. Der Moment, der das Alba-Team und die Zuschauer in der Schmeling-Halle so wütend machte, ereignete sich in der 29. Minute. Da bekam Vargas nach einem Foul an Kramer ein unsportliches Foul angeschrieben. Als Marko Banic eine wegwerfende Handbewegung machte, bekam er von Schmidt ein Technisches Foul. Obradovic beschwerte sich kurz: das nächste Technische Foul. Vier verwandelte Freiwürfe von Kramer, ein weiterer Dreier von Stuckey – nach einer 0:17-Serie betrug Albas Rückstand kaum einholbare 19 Punkte (53:72).

Obradovic kritisiert seine Spieler

Die Schuld allein bei Herrn Schmidt zu suchen, der seit 27 Jahren in der ersten Liga pfeift und dafür bekannt ist, dass er zwischen all den Riesen auch gern mal eine größere Rolle spielt, war jedoch Obradovic zu einfach. Man kennt ihn schließlich und weiß um seine Reaktionen. „Wir haben den Sieg heute nicht verdient, Oldenburg schon“, war der Trainer viel mehr unzufrieden mit seiner Mannschaft. „Wir haben mehr Reaktion gegenüber den Schiedsrichtern gezeigt als gegenüber unserem Gegner. Da wurde sich zu viel beschwert statt sich zu wehren.“

Wenigstens im letzten Viertel machte Alba das Unmögliche fast doch noch möglich. Da zeigte sich auch, dass Oldenburg (13 von 27 Dreiern verwandelt, Alba nur 5 von 25) alles andere als stabil spielt im Moment. Punkt um Punkt kämpften sich die Berliner von 54:76 auf 77:82 eine Minute vor Schluss heran. Dann verfehlten aber zwei Distanzwürfe von King und Vargas den Korb, die Entscheidung. Kramer und Casper Ware dagegen verwandelten mit Bärenruhe die letzten Freiwürfe. Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski meinte: „Wir freuen uns sehr über diesen Sieg.“ Zuletzt hatte sein Team nämlich vier Mal in Folge verloren.