Leichtathletik

Alle wollen wiederkommen

Das Istaf funktioniert in der Halle ebenso wie draußen. Es gab sogar schon einen Kaufinteressenten aus Belgien

Die Sportler waren sich auch nach der zweiten Auflage des Hallen-Istaf einig. „Das war ein Vergnügen“, sagte der Star des Abends, Stabhochsprung-Olympiasieger Renaud Lavillenie. Der Franzose hatte mit überquerten 6,02 Metern bei der Veranstaltung den sportlichen Höhepunkt geboten und war nur knapp am Weltrekord von 6,17 Metern gescheitert. „Ideal für uns Leichtathleten“, fand Dafne Schippers den Wettkampf, „die Atmosphäre ist einzigartig, es war sehr kurzweilig. Vor allem die Musik hat mich richtig beflügelt.“ Die Sprint-Europameisterin hatte die 60 Meter in 7,09 Sekunden souverän für sich entschieden. Und sowohl die Niederländerin als auch Lavillenie möchten gern im nächsten Jahr wieder in der O2 World antreten.

Vieles spricht momentan dafür, dass es in Berlin auch ein drittes, viertes und fünftes Istaf Indoor geben wird. „Ich hoffe es“, sagte Meeting-Direktor Martin Seeber, der sich nicht nur über die imposante Zuschauerzahl (12.601), steigende Nachfrage bei Sponsoren und einen 500.000-Euro-Etat mit kleinem Gewinn freuen konnte, sondern auch über viel Lob von Sergej Bubka. Der Vizepräsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF schwelgte geradezu von der Kreativität der Veranstalter, mit dem gelungenen Mix aus Show und erstklassigem Sport gepunktet zu haben. „Das ist die Zukunft“, sagte der Ukrainer.

In der Gegenwart funktioniert das Istaf mit seiner neuen Ausrichtung – ob drinnen oder draußen. Beide sind die größten Events ihrer Art weltweit, was das Publikumsinteresse angeht. Für die Veranstaltung im Olympiastadion am 6. September rechnen Seeber und seine Crew schon jetzt mit mindestens 55.000 Zuschauern, weil sie zwei Sponsoren gewonnen haben, die je 10.000 Tickets kaufen. Auch ein sehr starkes Teilnehmerfeld ist zu erwarten.

Angebot an Usain Bolt

Die Franzosen um Lavillenie und den Sprint-Star Christoph Lemaitre äußerten ebenso wie Schippers nach ihren positiven Erfahrungen in der O2 World großes Interesse, erstmals auch im Olympiastadion anzutreten. Sogar ein Start von Usain Bolt scheint nicht ausgeschlossen. Wie Seeber berichtete, gab es bereits im vergangenen Jahr ein Angebot an den Weltstar aus der Karibik. Die Hälfte der rund 300.000 Dollar Gage für den Jamaikaner wollte ein Sponsor übernehmen, die andere Hälfte war über mehr Zuschauereinnahmen eingepreist. Doch Bolt sagte ab. Das war 2014.

Natürlich spricht es sich in der Szene herum, dass die Berliner erfolgreich arbeiten. Und so gab es vor einigen Monaten eine Anfrage aus Belgien, beim Istaf einzusteigen. Sie kam vom Sportvermarkter Golazo, der jährlich rund 200 Großveranstaltungen organisiert, unter anderem das Diamond-League-Meeting in Brüssel, den Marathon in Rotterdam sowie Profiradrennen. Bei „Berlin läuft“, vom ehemaligen Istaf-Organisator Gerhard Janetzky geführt, sind die Belgier 2014 schon eingestiegen. Doch Seeber sagt, er habe abgelehnt, nachdem sich auch die Istaf-Gesellschafter einstimmig dagegen ausgesprochen hätten.

13. oder 14. Februar 2016

„Es gab noch kein konkretes Kaufangebot“, sagt er, „aber wir haben durch unsere inhaltliche Weiterentwicklung des Istaf so ein Standing – wir würden nur ungern jemand anders reinlassen.“ Was nicht dagegen spricht, „Gespräche mit potenziellen Partnern“ zu führen, um etwa gemeinsame Sponsorenaktivitäten zu entwickeln. Doch das scheint im Moment weit weg zu sein. Zunächst wird der Termin für das dritte Hallen-Istaf gesucht. Der 13. oder 14. Februar 2016 ist im Gespräch. Erneut mit acht Disziplinen wie bisher. Kugelstoßen und Hochsprung sind Disziplinen, die sich um Aufnahme ins Programm bemühen. Und viele, viele prominente Leichtathleten.