Riesenslalom

Happy End für Rebensburg, Neureuther geht leer aus

Ein „superschöner Tag“ ist das gewesen, wie sollte es anders sein nach dem Gewinn der ersten WM-Medaille ihrer Karriere.

Nach einem mauen elften Rang im ersten Riesenslalom-Lauf hatte Viktoria Rebensburg, die aktuell beste deutsche Skirennläuferin, einen famosen zweiten auf den Hang in Vail gezaubert. Konkurrentin um Konkurrentin scheiterte am Unterfangen, ihr Platz eins streitig zu machen. „Das war für meine Nerven nicht sonderlich gut“, feixte die 25-Jährige, doch das späte Happy End bei dieser bis dato suboptimal verlaufenen WM entschädigte. Nur Anna Fenninger schob sich an ihr vorbei, Rebensburg holte Silber vor der Schwedin Jessica Lindell-Vikarby. „Ich habe gewusst: Vollgas, Sekt oder Selters. Zum Glück ist es Sekt geworden“, jubelte Rebensburg. Für den Deutschen Skiverband (DSV) war es die erste Medaille bei den Titelkämpfen im US-Bundesstaat Colorado.

Derart kühn war Rebensburg im zweiten Lauf zu Tal gerast, dass keine andere ihr folgen konnte. Außer Fenninger. Es war die zweite Goldmedaille der Österreicherin nach ihrem Sieg im Super-G und nach Silber in der Abfahrt in der ersten WM-Woche. Rebensburg hingegen hat nun endlich auch eine Medaille bei einer WM geholt.

Nachdem Maria Höfl-Riesch nicht mehr dabei ist, „war klar, dass alle Augen erst mal auf Vicky gerichtet sind. Das ist eine neue Rolle, eine neue Verantwortung“, sagte Alfons Hörmann, Chef im Deutschen Olympischen Sportbund. „Dass sie der hier unter diesem Druck gerecht wird, zeigt, dass sie eine tolle Sportlerin ist.“ Ihre neue Rolle hat Rebensburg mehr oder minder schicksalsergeben hingenommen. Aber jetzt ist sie ein Stückchen aus Rieschs Schatten getreten.

Felix Neureuther hat im Riesenslalom dagegen eine Medaille knapp verpasst. Der 30-Jährige aus Partenkirchen wurde in Beaver Creek Vierter, den Titel holte sich der Amerikaner Ted Ligety, der nach zwei Läufen 0,45 Sekunden vor dem Österreicher Marcel Hirscher lag. Platz drei ging an den Franzosen Alexis Pinturault (0,88). Neureuther hatte nach Durchgang eins noch auf Platz drei gelegen.