Eishockey

Ein Sieg, der wenig optimistisch macht

Eisbären gewinnen nach schwacher Leistung 6:4 gegen Augsburg

Verdattert stand Jens Baxmann in der ersten Pause im Kabinengang. „Ich weiß gar nicht, was los ist. Das ist einfach total schlecht. Es sieht aus, als hätte die Mannschaft nur einmal miteinander trainiert“, sagte der Verteidiger des EHC Eisbären nach dem ersten Drittel im obligatorischen Pauseninterview. Da lagen die Berliner gegen die Augsburger Panther 2:4 zurück. Später immerhin ließ sich erahnen, dass die Eisbären schon mindestens zwei- oder dreimal gemeinsam trainiert hatten. Doch es blieb ein schwaches Spiel des Rekordmeisters der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), der vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World schließlich mit 6:4 (2:4, 2:0, 2:0) gewann.

Der Endspurt in der Hauptrunde begann also mit einem Schreck. In der vierten Spielminute schlug es gleich doppelt innerhalb von 20 Sekunden bei den Eisbären ein. Tags zuvor war noch von einer starken Trainingswoche die Rede gewesen, von weniger Gegentoren, die ab jetzt kassiert werden sollten. Augsburg, als Zwölfter fernab der Play-off-Ränge, brachte die Eisbären jedoch gehörig durcheinander. Viel taten die Gäste dabei eigentlich gar nicht. Zwar konnten die Berliner durch Julian Talbot (9.) und André Rankel (11.) schnell ausgleichen. Doch sie agierten weiter völlig konfus, ohne irgendeinen Plan für Angriff oder Abwehr. Nach zunächst zwei Lattentreffern gingen die Schwaben erneut mit zwei Toren in Führung. Kurzweilig blieb es auch danach für die Zuschauer, wenngleich mit weniger Treffern. Dabei sah es aus, als wirkten die vier Niederlagen vor der Länderspielpause noch gehörig nach bei den Eisbären, die fast alle Verletzten zurück hatten. Unsicher in Pässen und Laufwegen war mehr der Zufall verantwortlich, wenn es mal gefährlich wurde. Doch Antti Miettinen (26.) und Petr Pohl in Überzahl (33.) konnten trotzdem zum 4:4 ausgleichen. Die Anfälligkeit hinten nahm derweil nicht ab.

Ein wenig beruhigte sich die Partie im letzten Abschnitt. Die Berliner spielten konzentrierter, planvoller. Treffer von Florian Busch (57.) und Talbot (59.) kurz vor dem Ende führten letztlich auch zu einem geglückten Start nach der Pause. Dennoch wird es mit dieser Leistung schwer für den EHC, in den verbleibenden sechs Partien den sechsten Platz zu erreichen und damit den direkten Sprung in das Viertelfinale zu schaffen. Denn die nächsten Gegner wie Nürnberg am Sonntag erneut daheim werden schwerer zu schlagen sein als Augsburg.