Unternehmen

Chinesen kaufen Sportvermarkter Infront samt Netzer

Die Wanda-Gruppe unter Kontrolle des Immobilien-Magnaten Wang Jianlin, 60, hat den Schweizer Sportrechtevermarkter Infront mit Sitz im Steuerparadies Zug nach einem Bieterwettstreit für 1,05 Milliarden Euro von der britischen Private-Equity-Firma Bridgepoint übernommen.

Bei Infront ist seit Jahren auch Ex-Nationalspieler Günter Netzer als Geschäftsführer tätig. Das Unternehmen vermarktet die Fußball-WM, DFB-Länderspiele und den DFB-Pokal, mehrere Bundesligaklubs, den AC und Inter Mailand sowie alpine Ski-Events.

Wang ist mit einem geschätzten Vermögen von 15 Milliarden Euro der zweitreichste Chinese und Eigentümer der weltgrößten Kinokette. Der Unternehmer zählt bereits zu den Groß-Aktionären von Atletico Madrid. Bridgepoint hatte Infront vor drei Jahren für 550 Millionen Euro übernommen. Infront brauche für seine Expansionsstrategie frisches Geld und neue Investoren, hatte Vorstandschef Philippe Blatter im September an Kunden geschrieben. Er werde das Unternehmen auch unter dem neuen Eigentümer weiterführen, betonte Blatter. Er ist der Neffe des Präsidenten des Fußballweltverbandes Fifa, Joseph S. Blatter.