Basketball

Alba schlägt sich selbst

Gegen Panathinaikos werden die Berliner für Nachlässigkeiten hart bestraft

Die Basketballprofis von Alba Berlin schüttelten nach der Schlusssirene nur enttäuscht mit den Köpfen. Den Beifall ihrer Fans schienen sie nicht wahrzunehmen. Denn sie wussten, dass sie durch eigene Fehler, durch Unreife in der entscheidenden Phase das Spiel aus der Hand gegeben hatten. Mit elf Punkten Vorsprung hatte Alba in der Europaliga-Partie geführt, doch am Ende hieß es gegen Panathinaikos Athen 59:65 (29:22).

„Das ist echt bitter“, meinte Albas Flügelspieler Niels Giffey, „wir hatten das Spiel doch eigentlich unter Kontrolle.“ Sportdirektor Mithat Demirel kam zu der Erkenntnis: „Auf diesem Niveau werden eben alle Fehler bestraft.“ Für Alba bleibt nur die Hoffnung: „Wir müssen daraus lernen.“

Zwei Spieler im griechischen Team werden sich gern an die O2 World zurückerinnert haben. Dimitris Diamantidis und Antonis Fotsis standen bereits in der Mannschaft von Panathinaikos, die im Mai 2009 den fünften von insgesamt sechs Titeln in der Europaliga holte. Sechs Mal Europaliga-Champion, 34 Mal griechischer Meister, das sagt alles über den Gegner der Berliner. Für die Griechen ist das Erreichen des Viertelfinales (die ersten Vier der Gruppe kommen unter die besten Acht) Pflicht, für Alba eher „ein Traum“, wie es Trainer Sasa Obradovic formulierte. Ein Traum, der sich bei nun zwei Siegen und vier Niederlagen nicht mehr erfüllen wird.

Spätestens nach gut fünf Minuten war den 10.981 Zuschauern klar, dass Defensive an diesem Abend Trumpf sein würde. Zu diesem Zeitpunkt stand es 3:3. In der Abwehr wurde auf beiden Seiten mit höchster Intensität gearbeitet. Beide Mannschaften mussten sich jeden Korb hart erkämpfen. Wobei die Berliner noch einen Tick aggressiver und konsequenter waren.

So wurde aus einem 5:10 ein 13:10. Die Alba-Fans sorgten für eine unglaubliche Stimmung in der Halle, vielleicht auch deshalb, weil sie von 400 stimmgewaltigen griechischen Anhängern herausgefordert wurden. Die Halle bebte, als nach 14 Minuten Jonathan Tabu zum 18:15 traf. Es waren die ersten Punkte des Belgiers im Alba-Trikot. Nach vier Monaten Verletzungspause hatte er erst vor einer Woche in Belgrad seinen Einstand gegeben.

Zwar unterliefen Alba etliche Fehler in der Offensive, doch durch Kampf wurden dies immer wieder wettgemacht. Ein Rebound-Verhältnis von 23:11 (am Ende 38:29) zur Pause zeigte den Einsatzwillen. Neun Punkte (29:20/19. Minute) betrug die höchste Berliner Führung. 29:22 hieß es nach 20 Minuten. Nur 22 Zähler von Panathinaikos in einer Hälfte zu kassieren, trotz drei früher Fouls von Defensivkünstler Cliff Hammonds, war bereits eine große Leistung an sich.

Zweistellige Führung

Alba legte nach, ein Dreier von Alex King brachte die erste zweistellige Führung (41:31/24.). Athen wurde hektisch, Alba allerdings auch. Es war klar: Wenn Alba einmal eine Chance gegen die Griechen haben sollte, dann an diesem Abend. Das Wissen darum brachte Alba ins Taumeln. Nichts ging mehr, fast alle Rebounds landeten jetzt bei Panathinaikos. Aus einem 42:31 wurde ein 45:45 zehn Minuten vor Ende.

Die katastrophalen Ballverluste der Berliner (insgesamt 24) wollten einfach nicht enden, Athen sagte artig danke – 46:53 nach einer miserablen 2:18-Serie (34.). Zwei Dreier von Fotsis besorgten das 50:61 drei Minuten vor Ende. Aber zu Alba in dieser Saison gehört auch, dass das Team nie aufgibt. 57:61 zwei Minuten vor Ende, aber dann warf Alba zweimal den Ball weg, trotzdem 59:62. Erst verfehlte Reggie Reddings (mit elf Punkten bester Werfer) Dreier den Korb, danach verdribbelte er sich. Athen war einfach cleverer.