WM

Handballer müssen um Teilnahme an Olympia bangen

Bei der Niederlage gegen Kroatien geht die Kraft aus

Für die deutschen Handballer hat das Zittern um die Olympia-Chance begonnen. Bei der WM in Katar kassierte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson seine zweite Niederlage und verpasste damit die vorzeitige Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier. Im ersten Spiel um die Ränge fünf bis acht verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Freitag in Doha gegen Kroatien mit 23:28 (11:13). „Kroatien war einfach besser. Das ist gar keine Frage. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und hätten öfters auf Tor werfen und viel weniger technische Fehler machen müssen“, sagte Sigurdsson.

Die deutsche Mannschaft trifft am Sonnabend (14.30 Uhr, Sky) im Spiel um den siebten und letzten Platz für die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier auf Slowenien (33:36 gegen Dänemark). „Jetzt müssen wir schauen, dass wir alles geben“, kündigte der Bundestrainer an.

Beste deutsche Torschützen vor nur etwa 1200 Zuschauern waren Jens Schöngarth und Uwe Gensheimer mit jeweils sechs Treffern. „Es ist sehr ärgerlich, wir haben einfach nicht unsere Leistung abgerufen. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht“, sagte Schöngarth. Sein Trainer stellte fest: „Wir hatten sieben schwere Spiele hinter uns. Die waren alle körperlich und vom Kopf her sehr, sehr schwer. Wir haben das mental und spielerisch nicht gut genug gelöst.“

Sehr hohe Fehlerquote

Dabei starteten die Deutschen auch ohne den Kieler Steffen Weinhold, der sich zwei Tage zuvor im Viertelfinale gegen Katar eine Adduktorenzerrung zugezogen hatte, vielversprechend in die Partie. Nach vier Minuten führten sie mit 3:1 und in der zehnten Minute mit 6:4. Dann aber riss der Spielfaden. Zwar hielt Torwart Silvio Heinevetter von den Füchsen Berlin gut, aber neun Minuten lang traf kein Deutscher mehr ins Tor der Kroaten.

Insgesamt wirkte der WM-Nachrücker weniger frisch als in den Begegnungen bis zum Achtelfinale. Ein Beispiel dafür war der erst 19 Jahre alte Berliner Paul Drux, der ohne Torerfolg blieb. „Jetzt dürfen wir nicht abschalten“, hatte Spielmacher Michael Kraus nach dem Tiefschlag der Viertelfinal-Niederlage gegen Katar gesagt, „es gibt kein rechts, es gibt kein links. Das Spiel ist das wichtigste. Nichts anderes zählt.“ Dasselbe gilt nun auch für die Partie am Sonnabend, die über die Teilnahme an der Olympia-Qualifikation entscheidet.