Basketball

Obradovic sieht Alba als Opfer

Berliner Basketballteam muss lernen, sich auch in hitziger Atmosphäre zu behaupten

Es war eine kurze und unruhige Nacht für das Basketballteam von Alba Berlin. Erst um 22.30 Uhr verließen die Profis am Donnerstagabend das Parkett in der Pionir-Halle von Belgrad. Kurz vor sechs Uhr morgens tags darauf saßen sie schon im Flugzeug in Richtung Berlin. Nach dem 69:86 in der Europaliga bei Roter Stern Belgrad um eine negative Erfahrung reicher.

Sasa Obradovic, an ehemaliger Wirkungsstätte, zudem an seinem 46. Geburtstag, vor der Partie enthusiastisch gefeiert, war völlig bedient. „Wir waren unkonzentriert und haben nie die Kontrolle über das Spiel bekommen“, ärgerte sich Albas Cheftrainer. „Wir sind Opfer der Pionir-Halle geworden.“ Sollte heißen: In der berüchtigten Arena vor knapp 6000 Zuschauern hatten die Berliner den Kopf verloren und waren nie ins Spiel gekommen.

Die „spielerische Reife“ habe der Mannschaft gefehlt, stellte Sportdirektor Mithat Demirel fest. Das sei „tödlich in so einer Atmosphäre“. Für Obradovic stand jedenfalls fest: „Wir haben noch viel zu lernen.“

Zeit zum Durchschnaufen gibt es für die Berliner nicht. Bereits am Sonnabend (18.30 Uhr, O2 World) haben sie in der Bundesliga gegen Medi Bayreuth anzutreten. Die Franken, in der Tabelle auf Rang zwölf, haben gerade einen radikalen Umbau im Bereich Spielaufbau hinter sich. Je’Kel Foster, einst auch bei Alba unter Vertrag, kam für den verletzten Bryan Bailey. Jason Brickman hat Trevon Hughes ersetzt, der in den Augen von Bayreuths Trainer Michael Koch zu eigensinnig agiert hatte. Für Tabellenführer Alba geht es darum, den Platz an der Sonne zu zementieren. Und es ist für Spielmacher Jonathan Tabu eine neue Möglichkeit, sich langsam an den Spielbetrieb zu gewöhnen. Nach monatelanger Verletzungspause hatte der Belgier in Belgrad sein Comeback gefeiert. „Es wird noch eine Weile dauern, bis er in richtiger Spielverfassung ist“, sagte Demirel. Die Berliner setzen auf alle Fälle auf ihn. Die Mannschaft muss sich auch erst noch an Tabu und dessen Spielweise gewöhnen, ein Prozess, der Zeit braucht.

Am Sonnabend gegen Bayreuth

Zumindest ist inzwischen personelle Klarheit: Wie bereits berichtet, wurde der am 31. Januar endende Vertrag mit Alex Renfroe (er kam im September 2014 als Ersatz für Tabu) bis zum Saisonende verlängert. Vojdan Stojanovski wird vor der Partie gegen Bayreuth offiziell verabschiedet – er wechselt zum spanischen Erstligisten Andorra, zieht am Montag um. „Wir sind überzeugt, nun die für die weitere Saison optimale Entscheidung getroffen zu haben“, meinte Demirel.