Abgrenzung

Ein Käfig voller Hertha-Fans

Anders als im Vorjahr will Bremen den Gästeblock diesmal während des Spiels öffnen

2000 Fans werden Hertha BSC begleiten, wenn der Hauptstadt-Klub am Sonntag bei Werder Bremen in die Rückrunde der Bundesliga startet (15.30 Uhr, Weserstadion). Selten hat es vor einem Auswärtsspiel so intensive Telefonate zwischen den beiden Vereinen gegeben wie diesmal. Anlass dafür waren Beschwerden nach dem letzten Auswärtsspiel von Hertha in Bremen im Mai 2014. Verbunden mit der Frage: Was erwartet die Berliner diesmal?

Zur Vorgeschichte: Der 3. Mai 2014 war ein turbulenter Tag. Hertha unterlag bei Werder mit 0:2. Beim Anmarsch zum Weserstadion hatten 60 Berliner Rowdies sich auf dem Osterdeich eine heftige Schlägerei mit der Polizei geliefert, es kam zu 35 Festnahmen. In dieser angeheizten Stimmung erlebten die meisten der 4000 mitgereisten Hertha-Fans einen extremen Nachmittag im Gästeblock. Zum einen beschwerten sich diverse Berliner, dass der Gästeblock nicht nur mit einem Netz vom Spielfeld abgetrennt ist, sondern auch mit Eisenstäben, die zu Sichtbeeinträchtigungen führen.

Als Schikane wurde im vergangenen Mai zudem die Maßnahme von Ordnungskräften im Stadion empfunden, dass die Hertha-Anhänger den Gäste-Block während des gesamten Spiels nicht verlassen durften. Auch darüber beklagten sich Hertha-Anhänger massiv – sowohl bei ihrem Verein als auch beim Ausrichter SV Werder. Die Mitglieder nahmen die Hertha-Vereinsführung auf den letzten Mitgliederversammlungen in die Pflicht, für Änderungen zu sorgen.

Aktuell kostet das Ticket im Gästeblock 14 Euro. Thomas E. Herrich, in der Hertha-Geschäftsleitung für die Abläufe aller Spiele zuständig, sagte der Morgenpost: „Werder Bremen hat uns versichert, dass die Zu- und Abgänge in den Gästeblock während des gesamten Spiels sichergestellt sind.“ Michael Rudolph, Direktor Public Relations bei Werder sagt, er könne „den Ablauf der vergangenen Saison nicht bestätigen. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich um einen einzelnen Vorfall gehandelt hat. Es handelt sich aber ausdrücklich nicht um eine grundsätzliche Maßnahme. Wir gehen davon aus, dass am Sonntag Toilettengänge für die Gästefans möglich sind.“

Da sich diverse Klubs über den Gästeblock beschwert haben, plant Werder bauliche Veränderungen. Soweit ist es aber noch nicht. Rudolph sagt, dass in dieser Saison der Käfig in der bekannten Form vorhanden ist. „Im Sommer sind Baumaßnahmen vorgesehen.“ Die Abgrenzungen begründet Werder: Dass Netze installiert sind, sei dem Fehlverhalten von Auswärtsfans geschuldet. Zu den Sichtbehhinderungen sagte Rudolph: „Die Gitter gehören zu den baulichen Maßnahmen, die im Sommer eleganter gelöst werden sollen.“