Wintersport

Biathlon-Frauen bejubeln zweiten Staffelsieg

Die deutschen Biathleten sind wieder da – nicht nur dank Seriensieger Simon Schempp.

Mit der schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand lief Laura Dahlmeier nach einer tollen Aufholjagd am Sonntag zum zweiten deutschen Staffel-Sieg der Saison und krönte eine überragende Weltcup-Woche in Antholz. Bundestrainer Gerald Hönig schickte nach einer Windlotterie ein Stoßgebet gen Himmel. „Wir haben uns bei schwierigen Bedingungen durchgesetzt, Riesenkompliment.“

Bei noch regulären Bedingungen hatte es auch die Männer-Staffel bei dem Weltcup-Klassiker als Zweite hinter Weltmeister Norwegen auf das Podest geschafft. Auch wenn es für das Silber-Quartett von Sotschi nicht zum ersten Weltcup-Sieg seit vier Jahren reichte, war Schlussläufer Schempp einen Tag nach seinem Verfolgungssieg nicht traurig: „Es ist einfach der Wahnsinn, was gerade mit mir passiert.“

Er prophezeite: „Jetzt kommen von außen hohe Erwartungen.“ Verrückt machen lassen will sich der Baden-Württemberger aber nicht: „Ich glaube, ich kann das ganz gut ausblenden.“ Auch Männer-Bundestrainer Mark Kirchner will von den in fünfeinhalb Wochen anstehenden Titelkämpfen in Kontiolahti noch nichts wissen. „Wir haben noch zwei Weltcup-Veranstaltungen, und dann erst kommt die WM. Im Moment freuen wir uns erst einmal, dass es so gut läuft.“ Startläufer Erik Lesser kündigte aber schon forsch an: „Wir wollen Staffel-Weltmeister werden.“ Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis, 2007 der letzte deutsche Weltcup-Gesamtsieger, glaubt: „Simon ist ganz oben in der Weltspitze angekommen.“

Ganz so weit sind die deutschen Frauen nach den Rücktritten von Kati Wilhelm, Magdalena Neuner und Andrea Henkel noch nicht, auch wenn es nach Hochfilzen schon den zweiten Staffelsieg gab. „Wir sind nicht die WM-Favoriten“, sagte Hönig. Trotz der beiden Strafrunden von Franziska Hildebrand zeigten die Skijägerinnen vor allem am Schießstand eine ganz starke Leistung.

Franziska Hildebrand, als Weltcup-Sechste die bestplatzierte deutsche Skijägerin, verpasste am Samstag den ersten Podestplatz ihrer Karriere nur denkbar knapp. Als Vierte zeigte sie, dass die jungen Skijägerinnen weiter die Gunst der Stunde nutzen. Schneller als erwartet wurde der Anschluss zur Weltspitze hergestellt.