Wintersport

Viererbob mit zwei Frauen wird mit großem Rückstand Letzter

Auch das Sorgenkind unter den deutschen Bob-Piloten konnte am Sonntag wieder lachen.

Nur um einen Wimpernschlag hatte Francesco Friedrich beim Weltcup in St. Moritz seinen ersten Sieg im Viererbob verpasst, mit Platz zwei hinter dem Letten Oskars Melbardis meldete sich der 24-Jährige einen Monat vor der WM in Winterberg eindrucksvoll zurück. „Es geht wieder aufwärts“, sagte Friedrich. Denn der Zweier-Weltmeister feierte seinen ersten Podestplatz seit dem zweiten Rennen in Calgary, das war im Dezember, Friedrich hatte seitdem Woche für Woche durch kleine Fehler stets viel Zeit liegen lassen. Das gute Ergebnis rundeten Weltmeister Maximilian Arndt (Oberhof) und Shootingstar Nico Walther (Riesa) auf den Plätzen drei und vier ab – überstrahlt wurde auch ihre Leistung allerdings vom Erfolg von Anja Schneiderheinze und Cathleen Martini, die für den ersten Doppelsieg deutscher Pilotinnen seit zwei Jahren sorgten. „Das war so nicht zu erwarten“, sagte Bundestrainer Christoph Langen. Noch bis zum Jahreswechsel gehörte Martini nicht mal zum Weltcup-Team, die 32-Jährige war aussortiert worden, weil ihre Startzeiten zu schwach waren. „Wir haben ihren Ehrgeiz geweckt“, sagte Langen.

Für Aufsehen sorgte Ex-Weltmeister Beat Hefti aus der Schweiz. Der 36-Jährige trat mit Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig und Siebenkämpferin Linda Züblin im Vierer an den Start – und wurde abgeschlagen Letzter. Es war eine einkalkulierte Niederlage. Mit der ungewöhnlichen Besetzung protestierte Hefti gegen umstrittene neue Regelungen des Weltverbandes FIBT, die seit wenigen Wochen bei allen Weltcups Rennen in beiden Klassen vorschreibt.