Radsport

Ein Berliner führt die Sixdays an

11.000 Zuschauer feiern am Familiensonntag auch Kalz/Lampater

Der Sonntag gehört beim Berliner Sechstagerennen traditionell den Kleinen – sowohl auf der Bahn, als auch daneben. Die einen amüsierten sich beim Trampolinspringen und Schminken, bei Karussellfahrten oder dem Genuss von süßen, klebrigen Gaumenfreuden – genervte Eltern konnten den Puls beim Biathlon-Schießen per Lasertechnik beruhigen. Die anderen nutzten ihre Chance auf dem 250-Meter-Oval aus sibirischer Fichte.

Zunächst das Berliner Duo Sebastian Wotschke/Hans Pirius. Die beiden 23-Jährigen sicherten sich die erste der zwei Jagden des Tages, Lucas Liß (23, Unna) und der erst 21-jährige Belgier Otto Vergaede die zweite.

„Es hat alles zusammengepasst. Natürlich weiß ich, dass die Favoritenteams am Sonntag schon mal etwas zurückstecken, aber es gibt ja genug andere Fahrer die auch gewinnen wollen“, freute sich Pirius über den, wenn auch kurzen, Sprung ins Rampenlicht.

Zwei Tage vor dem Ende der ältesten Sportveranstaltung Berlins liegen der Berliner Marcel Kalz und Leif Lampater aus Waiblingen mit 197 Punkten in Führung. Ihnen auf den Fersen folgen der spanische Weltmeister David Muntaner und Vorjahressieger Kenny de Ketele (Belgien), die es rundengleich auf 183 Zähler gebracht haben und die Dänen Alex Rasmussen/Marc Hester (176).

Dieter Stein, Sportlicher Leiter des Klassikers im Velodrom, ist mit den bislang gezeigten Leistungen zufrieden. „Alle ziehen mit, wir haben zum Glück weder Stürze mit Folgen noch Ausfälle weil ein Fahrer krank geworden ist. Die Rennen sind spannend, weil vorn immer drei oder vier Paare Betrieb machen, sich die Favoriten schön belauern. Und die Fans honorieren das“, so der 59-Jährige. Etwa 45.000 Zuschauer an den ersten vier Tagen, rund 11.000 am Familiensonntag, sahen das ebenso.

Bereits entschieden ist die Konkurrenz der Frauen. Malgorzata Wojtyra, 2013 in Berlin noch auf Gesamtrang drei, dominierte das Feld der 13 Starterinnen fast nach Belieben. Auch ein spektakulärer Sturz konnte die 25-Jährige aus Stettin nicht stoppen. Für die viermalige Weltcupsiegerin stehen als nächstes die Bahn-Weltmeisterschaften (in 18. bis 22. Februar) in Paris auf dem Terminkalender.

Abschied des Europameisters

Nach Paris zieht es auch Maximilian Levy. Nach einem „Seuchenjahr“ will der 28-Jährige zurück in die Weltspitze. 2014 hatte sich der gebürtige Berliner beim Weltcup in Cali/Kolumbien einen komplizierten Bruch des Schlüsselbeins zugezogen. „Die ganze Saison war verloren. Zum Glück kann ich hier in Berlin meine Form testen, denn jedes Rennen bringt mich momentan weiter“, so der Spitzenreiter bei den Sprintern. Definitiv sein letztes Rennen fährt am Dienstag Steher-Europameister Mario Birrer. Momentan teilt sich der 34 Jahre alte Schweizer die Führung mit Stefan Schäfer aus Forst.