Radsport

Der Regierende will helfen

Michael Müller fordert konkrete Anfragen der Sixdays-Manager

Berlins neuer Regierender Bürgermeister Michael Müller gilt als sachlich und ergebnisorientiert. Eigenschaften, denen der 50-Jährige mit Blick auf die Zukunft des Berliner Sechstagerennens gerecht wurde. Zum Start der 104. Auflage der ältesten Sixdays der Welt fand der SPD-Politiker, anknüpfend an die im Vorfeld der Veranstaltung von Sechstage-Chef Reiner Schnorfeil, 57, geäußerten Zukunftssorgen, klare Worte. „Die Stadt bietet eine Vielzahl großer, auch international renommierter Veranstaltungen. Ich sehe das Sechstagerennen ganz klar in einer Reihe mit dem Istaf im Olympiastadion und dem Berlin-Marathon. Das alles ist beste Berlin-Werbung.“ Müller weiter: „Wir erwarten jetzt von den Verantwortlichen eine konkrete Anfrage, verbunden mit der Auflistung der Punkte, an denen es Probleme gibt.“ Für Schnorfeil ein „willkommenes Gesprächsangebot“.

Sportlich kann das Rennen im Velodrom aus Sicht der Lokalmatadore ein voller Erfolg werden. Bereits am Eröffnungsabend zeichnete sich ab, dass Vorjahressieger Andreas Müller und sein österreichischer Partner Andreas Graf, 29, genauso wie Marcel Kalz, 27, und der Waiblinger Leif Lampater, 34, den Gesamtsieg im Auge haben. Andreas Müller: „Berlin ist etwas ganz Besonderes für mich. Vom Velodrom zu meiner ehemaligen Grundschule sind es 300 Meter, zum Coubertin-Gymnasium 400 und ungefähr in einem Kilometer Entfernung habe ich zehn Jahre lang gewohnt. Da ist schon eine ziemlich enge Bindung da“, so der 35-Jährige. Müller reiht sich und seinen Partner vorsichtig auf Platz drei ein. „Favoriten sind für mich Kenny de Ketele (mit dem Belgier siegte Müller 2014, d.R.) und David Muntaner. Danach Marcel und Leif.“ Der Spanier Muntaner ist (mit seinem Landsmann Albert Torres) amtierender Weltmeister im Zweier-Mannschaftsfahren.

Im Feld der Sprinter wird Maximilian Levy am häufigsten als Sieger genannt. Seit vergangenen Dienstag zurück vom Weltcup in Cali/Kolumbien, kämpft der 27-jährige Silbermedaillen-Gewinner von London 2012 nach langer Verletzungspause (drei Operationen nach einem komplizierten Bruch des Schlüsselbeins) noch um seine gute Form für die WM ab 8. Februar in der Nähe von Paris.