Wintersport

Das Spektakel von Kitzbühel wird immer größer

Weltcup-Abfahrt auf der Streif mit neuem Preisgeldrekord

Der Urschrei von Skirennfahrer Dominik Paris erinnerte an den von Cristiano Ronaldo nach der Wahl zum Weltfußballer. Einen Tag vor dem legendären Abfahrtsrennen auf der Streif in Kitzbühel (11.45 Uhr, ZDF) gewann der Südtiroler am Freitag den Super-G und ließ sich von tausenden Fans feiern – beide Ski in den Händen, den Mund weit aufgerissen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das klappen könnte. Ich habe es gnadenlos runtergelassen“, sagte der 25-Jährige, der bereits 2013 die Weltcup-Schussfahrt am Hahnenkamm gewonnen hatte.

Insbesondere mit seiner Linie durch die Traverse vor dem Zielhang beeindruckte Paris im letzten Super-G vor den Weltmeisterschaften in Vail und Beaver Creek. Auf die Frage, wie er das gemacht habe, antwortete der WM-Zweite in der Abfahrt grinsend: „Vollgas.“

Neuer Kinofilm über den Höllenritt

Nur so wird auch das Abfahrtsrennen zu gewinnen sein. Der wiedereingeführte Zielsprung auf der Streif und die Sorge vor einer Revanche der Schweiz beherrschen die Berichterstattung vor dem Jubiläumswochenende in Kitzbühel. Doch es gibt auch andere Dinge, die in den Vordergrund treten. Insgesamt sind die Wettkämpfe in Tirol mit 626.200 Euro dotiert – ein Rekord-Preisgeld. Im Kino läuft die Dokumentation „Streif – One Hell of a Ride“, erstmals gibt es Live-Übertragungen in die USA, wo Fans von 5.30 Uhr an das Geschehen in Österreich verfolgen können, dazu das höchste Preisgeld der Weltcup-Saison – das Spektakel mit hoher Promi-Dichte scheint immer noch größer zu werden. Sehr zur Freude des US-Amerikaners Travis Ganong: „Nirgendwo hat man als Skirennfahrer so viel Spaß wie hier. Das ist größer als WM oder Olympia.“ Selbst die seit 1999 gültige Rekordzahl von 100.000 Zuschauern am ganzen Wochenende ist 2015 wohl erreichbar.

Ein Anziehungspunkt ist das erwartete Duell Österreich gegen die Schweiz in der Abfahrt. „Ein Schweizer Sieg auf der Streif, das würde den Österreichern richtig wehtun“, sagte Beat Feuz. Der Schweizer weiß, wovon er spricht. Vergangenen Sonntag in Wengen lieferten die Eidgenossen vor daheim eine sensationelle Teamleistung ab, drei Fahrer schafften es in die Top Vier – aber Hannes Reichelt aus Österreich gewann. „Die Flagge in der Mitte schmerzte schon ein bisschen“, gestand der zweitplatzierte Feuz. Reichelt weiß, dass die Schweizer nun auf Revanche aus sind. „Hoffentlich versohlen sie uns nicht bei uns daheim den Hintern und schmeißen uns vom Stockerl runter“, sagte der Streif-Titelverteidiger.