Für den guten Zweck

17.000 Euro Spenden für querschnittsgelähmte Turnerin

Auch Berliner helfen e.V. unterstützt die Hilfsaktion für die 17-jährige Elisa Chirino

Sie wäre so gern dabei gewesen, aber ihre Ärzte haben es nicht erlaubt: Für die schwer verunglückte Turnerin Elisa Chirino wurde am Sonntag beim Feuerwerk der Turnkunst ein symbolischer Spendenscheck über 17.000 Euro übergeben. Die 17-jährige Leistungsturnerin war am 25. März vergangenen Jahres beim Training am Stufenbarren schwer gestürzt und hatte sich dabei den vierten und fünften Halswirbel gebrochen. Die schreckliche Folge: Querschnittslähmung. „Nach der ersten Schockstarre wollen wir seitdem alles tun, um Elisa das Leben nach diesem Schicksalsschlag zu erleichtern“, sagt Jens-Uwe Kunze vom Berliner Turn-Bund. Die junge Turnerin hatte vor ihrem Unfall bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften Bronze gewonnen. „Sie ist sehr ehrgeizig, war unsere große Hoffnung für Olympia in Rio“, sagt Kunze.

Die Spendensumme ist das vorläufige Ergebnis einer bei der Champions Gala im Dezember 2014 gestarteten Spendenaktion für Elisa, an der sich neben der Spielbank Berlin und der DKB auch Berliner helfen, der Verein der Berliner Morgenpost, mit 5000 Euro beteiligt hat. Auch die Zuschauer der Turnshow in der ausverkauften O2 World erfuhren am Sonntag von Elisas Schicksal, mit der Bitte, die Spendenaktion zu unterstützen.

Elisa liegt im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn und kämpft seit Monaten um kleine Fortschritte. Bisher hat sie das Krankenhaus erst einmal verlassen. „Im Moment ist sie durch zwei Operationen geschwächt, aber im Kopf schon wieder fröhlicher und freier“, erzählt die Psychologin Heike Hölzel, die sich intensiv um die 17-Jährige kümmert. Sie betreut auch den vor zehn Jahren verunglückten Turner Ronny Ziesmer, der seitdem im Rollstuhl sitzt und Elisa im Krankenhaus besucht hat. „Er kann wohl am besten nachempfinden, was das Mädchen durchmacht“, sagt Sven Kunze und fügt hinzu: „Wir müssen dafür sorgen, dass sie den Mut und die Kraft behält, das durchzustehen.“ Einer, der sich seit dem schrecklichen Unfall intensiv um Elisa kümmert, ist Richard Eberl- Koschny vom Förderverein Leistungsturnen in Berlin: „Ich kenne sie seit 2009, meine Tochter hat mit ihr zusammen geturnt.“ Mit Unterstützung der Top Sportmarketing GmbH hat er eine Webseite und ein Spendenkonto für Elisa eingerichtet. Mit den Geldspenden soll ihr eine Ausbildung und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes, kümmert sich um eine behindertengerechte Wohnung, und viele Sportkollegen versuchen, ihr mit Besuchen, Briefen und der Facebook-Seite „Stay strong Elisa“ Mut zu machen und Geld zu sammeln.

„Wir sind sehr dankbar für alles, was getan wird“, sagt Anita Chirino, Elisas 27-jährige Schwester, die mit Mutter Heike und ihrer anderen Schwester Sandra zur Spendenübergabe gekommen ist. „Wir wechseln uns ab, jeden Tag ist eine von uns bei Elisa im Krankenhaus. Sie wäre heute so gern hier gewesen“, erzählt sie. Weil das nicht möglich war, hat Elisa einen Brief geschrieben, in dem sie sich bei ihren Ärzten, Schwestern, Therapeuten und den vielen Unterstützern bedankt: „Danke, dass ihr alle für mich da seid und mir helft, neue Ziele und Träume zu finden.“ Es wird noch ein langer und schwerer Weg werden.

www.wir-helfen-elisa.de