Basketball

„Wir können uns nur kurz schütteln“

Nach der Niederlage gegen Real muss Alba bereits am Sonnabend gegen Tübingen antreten

Es kommt nicht so oft vor, dass Sasa Obradovic nach einer klaren Niederlage versöhnliche Töne anschlägt. „Ich bin nicht enttäuscht“, sagte der Trainer von Albas Basketballteam trotz des 61:79 gegen Real Madrid. Schließlich habe sein Team keinen Respekt vor den großen Namen gezeigt und zumindest in der Verteidigung „einen soliden Job“ gemacht. Mehr war wohl nicht drin an einem Europaliga-Abend, an dem Alba weit von der Leistung entfernt war, durch die zwei Wochen zuvor ein sensationeller Sieg gegen Madrids Erzrivalen FC Barcelona gelang.

Redding spielt gehemmt

„Alle müssen nahe am Optimum spielen, dann hat man gegen eine solche Mannschaft eine Chance“, meinte Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Doch das war nicht der Fall. Phasenweise wurden „einfache Dinger versemmelt“, so Baldi. Unter dem Strich blieb: Real war eine Nummer zu groß.

„Allerdings waren wir mehr als eine Halbzeit lang auf Augenhöhe“, stellte Akeem Vargas zu Recht fest. Doch nach der 24. Minute, bei einer 40:38-Führung der Berliner, brach das Dreier-Gewitter über Alba hinweg. Fünf erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe der „Königlichen“, eine 4:15-Serie aus Alba-Sicht, die Spielentscheidung innerhalb kurzer Zeit. „Wir haben eine Minute lang gepennt, da war das Spiel weg“, sagte Vargas.

Dass sich Alba 23 Ballverluste leistete, und dass ein ganz wichtiger Spieler wie Reggie Redding weit hinter seinen Möglichkeiten blieb, waren weitere Gründe für die Niederlage. Seit Redding aus den USA zurückgekehrt ist, wo er sich wegen des Todes seiner Großeltern zehn Tage lang aufhielt, ist der 26-Jährige bedrückt und spielt „gehemmt“, wie es Baldi ausdrückte. Er wollte sich allerdings nicht näher darüber auslassen, wie der Klub dem Spieler momentan psychologische Hilfestellung leistet.

Für Alba bleibt keine Zeit, groß über die Niederlage nachzudenken. „Wir können uns jetzt nur kurz schütteln“, sagte Baldi mit Blick auf das nächste Spiel, in dem die Berliner am Sonnabend in der O2 World (Beginn 18.30 Uhr) auf die Tigers Tübingen treffen. „Es ist nie leicht, nach einer Niederlage ins nächste Spiel zu gehen“, sagte Obradovic. „Jetzt stehen wir vor der Aufgabe, das Spiel gegen Real so schnell wie möglich abzuhaken.“ Das sei allerdings auch nach ähnlichen Niederlagen gegen ZSKA Moskau und Maccabi Tel Aviv „gut gelungen“.

Für Jannik Freese wird es am Sonnabend gegen Tübingen der erste Auftritt im Trikot von Alba. Vor knapp zwei Wochen wurde der 28-jährige Center bis Ende Februar verpflichtet, nachdem Jonas Wohlfarth-Bottermann wegen einer Handverletzung ausfällt. Für Europaligaspiele ist Freese allerdings nicht spielberechtigt.

Bereits Ende Januar läuft der Vertrag mit Alex Renfroe aus, der Mitte September für den verletzten Jonathan Tabu kam. Es habe Gespräche mit Renfroe gegeben, mehr wollte sich Baldi nicht entlocken lassen. Allerdings soll in spätestens zehn Tagen bis zwei Wochen Tabu wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen. „Und dann könnte er auch wieder spielen“, meinte Baldi.