Wintersport

Nach Burn-out hat Biathletin Bachmann endlich wieder Spaß

Staffel-Weltmeisterin kämpft im Weltcup um den Anschluss

Tina Bachmann kann wieder lachen. Ihren Burn-out hat die Biathletin hinter sich gelassen, ebenso die dreimonatige Behandlung in einer Klinik. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin hat nach der schwersten Zeit ihres Lebens wieder Freude am Sport – und kämpft im Weltcup um den Anschluss. „Aber die Hauptsache ist, dass ich wieder Spaß an dem habe, was ich mache“, sagt die 28-Jährige aus Schmiedeberg – und lächelt.

Den Spaß an ihrem Alltag hatte Bachmann zwischenzeitlich verloren, wegen ihrer angeschlagenen Psyche ging sie im Januar 2014 in eine Klinik. Ihr enormer Ehrgeiz, der Leistungsdruck und der Stress – all das hatte Bachmann krank gemacht. Sie musste die Notbremse ziehen, doch ihre Karriere sollte so nicht enden. „Ich habe an mir gearbeitet und gelernt, mit dieser Situation umzugehen“, sagt Bachmann: „Aktuell geht es mir sehr gut, ich habe Riesenspaß.“

In dieser Woche kehrt die Polizeimeisterin nun an einen der Orte zurück, an dem sie einst im Rampenlicht stand. In Ruhpolding wurde sie an der Seite von Magdalena Neuner 2012 Staffel-Weltmeisterin. Bereits 2011 hatte sie diesen Titel in Russland gewonnen, war zudem sensationell Vize-Weltmeisterin im Einzel geworden. Doch in der Saison 2012/2013 ging plötzlich nichts mehr, sie verlor ihren Platz im Team.

„Stück für Stück“ will sie nun schauen, wie weit sie noch kommen kann. In Oberhof feierte Bachmann nach fast zwei Jahren Weltcup-Pause in der Vorwoche ihr Comeback. Ihre Platzierung im Sprint (47.) war dabei gar nicht so wichtig, für Bachmann war es vielmehr ein Sieg über sich selbst. „Das war ein weiterer Schritt“, sagte sie. Aktuell ist völlig unklar, ob die Sächsin erneut ganz nach oben kommen kann, auch die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang sind noch nicht im Fokus. Stattdessen sagt Bachmann: „Ich bin stolz auf meine Entwicklung.“ Überraschend offen sprach sie zuletzt über ihre mentalen Probleme. Ihr psychischer Zustand hatte sich zwischenzeitlich „in Richtung Burn-out und Depression verwandelt“.

Deswegen gab es durchaus Zweifel, ob es in ihrer Situation sinnvoll sei, ausgerechnet bei den Heimrennen zu starten. Traditionell sind in Oberhof und Ruhpolding, wo der Weltcup am Mittwoch mit der Frauen-Staffel beginnt (14.30 Uhr, ARD), die meisten Fans an den Strecken, auch das Medieninteresse ist enorm. Doch Bachmann sah keinen höheren Druck und will auch in Ruhpolding ihr „absolutes Leistungsniveau abrufen“.