Unglück

Neue Details zu Unfall: Malanda war nicht angeschnallt

Polizei ermittelt gegen Fahrer wegen fahrlässiger Tötung

Zwei Tage nach dem Tod des Wolfsburger Fußballprofis Junior Malanda werden immer mehr Details zum Unfalldrama auf der A2 bekannt. Der belgische Mittelfeldspieler war vor dem Unglück nach Angaben der Bielefelder Polizei vom Montag auf dem Rücksitz nicht angeschnallt. Zudem war der Fahrer des Geländewagens bei Starkregen auf dem Autobahn-Abschnitt nahe Porta Westfalica am Sonnabend zu schnell unterwegs. Malanda wurde aus dem Auto geschleudert, weil er seinen Gurt nicht angelegt hatte. Der 20-Jährige starb noch am Unfallort.

Spekulationen in belgischen Medien, der Fahrer des Wagens habe möglicherweise keinen Führerschein, widersprach die Polizei. Fahrer und Beifahrer verletzten sich bei dem Unglück schwer. Beide konnten das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Neben Malanda saß auch der belgische Verteidiger Anthony D’Alberto aus der U 21-Mannschaft des RSC Anderlecht im Wagen. Gegen den Fahrer des Unfallwagens wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. „Er hat sich im Beisein seines Anwaltes bereits zu der Sachlage geäußert“, sagte Michael Kötter, Sprecher des Bielefelder Polizeipräsidiums.

Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte es in der Region stark geregnet. Bei Nässe gilt auf dem Streckenabschnitt ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde. Der Wagen sei ins Schleudern geraten, habe sich mehrfach überschlagen und sei auf dem Dach gelandet, hieß es am Montag zum Unfallhergang. Die Ermittlungen dauerten an.

Team wird psychologisch betreut

Unterdessen ist der VfL Wolfsburg am Montagmorgen im Winter-Trainingslager in Kapstadt angekommen. Die Niedersachsen hatten ihre Reise nach Südafrika wegen der Ereignisse um einen Tag verschoben und waren erst am Sonntagabend abgeflogen. Die erste Übungseinheit in Kapstadt war für den Nachmittag geplant. Zum Programm in Südafrika gehören auch die Testspiele gegen Ajax Cape Town und Chippa United.

Das Team wird in Kapstadt psychologisch betreut. Das Trainingslager wird für den VfL zu einer Gratwanderung zwischen Trainings- und Trauerarbeit. Das glaubt Psychologie-Professor Markus Raab von der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Die Beschäftigung von erwachsenen Männern, die wissen, dass sie Fußballprofis sind, hilft in der Regel, die Trauer zu verarbeiten“, sagte Raab. Gänzlich ausgeblendet werden dürfe der plötzliche Tod des Mitspielers aber nicht: „Es ist sinnvoll, gelegentliche Aktivitäten mit Symbolcharakter einzustreuen. Das kann eine Schweigeminute sein oder eine emotionale Ansprache.“