Motorsport

Berliner Gottschalk gewinnt die Königsetappe der Rallye Dakar

Ausgerechnet auf der 805 Kilometer langen Königsetappe der Rallye Dakar gelang dem Berliner Co-Piloten Timo Gottschalk und seinem Chauffeur Yazeed Alrajhi (Saudi-Arabien) der erste große gemeinsame Erfolg.

Das Duo gewann im neu konstruierten Toyota Hillux die Teilstrecke von Uyuni nach Iquique.

Für den 40-jährigen Gottschalk, Diplomingenieur für Fahrzeugtechnik und Inhaber einer Autowerkstatt, trotz aller Strapazen ein Höhepunkt der Tour: „Zu Anfang gab es Schlamm ohne Ende, riesige Pfützen, bei denen man nie wusste, wie tief sie waren und Hagelschauer. Wir waren ja bis zu 3500 Meter über dem Meeresspiegel. Das heißt für uns Flachländer gleichzeitig auch höllische Kopfschmerzen.“ Erschwerend kam hinzu, dass beim Marathon-Wochenende von Chile nach Bolivien und wieder zurück kein Service erlaubt war. Jedes Problem musste vom Team erledigt werden.

„Das Auto lief ziemlich perfekt und Yazeed hat sich gut eingeschossen. Es ist schließlich seine erste Dakar“, lobte Gottschalk, 2011 an der Seite von Nasser Al-Attiyah im VW Touareg Gesamtsieger der spektakulären Wüsten-Rallye, seinen Piloten. In der Gesamtwertung steht für Alrajhi/Gottschalk nach dem zweiten Ruhetag am Montag Rang drei zu Buche. Seit knapp einem Jahr arbeiten sie zusammen. „Ich bin einfach ein Navigationsgerät, das ihm die Feinheiten und Gefahren der Strecke verdeutlicht“, so Gottschalk, der je nach Länge einer anstehenden Etappe zwischen fünf und sieben Stunden an der Planung für den nächsten Tages feilt. „Dass es so gut läuft, haben wir nicht gedacht. Jetzt wollen wir das Podium halten und schauen, was noch möglich ist“, sagte er.

Nasser Al-Attiyah und sein französischer Co-Pilot Mathieu Baumel verteidigten in ihrem Mini A 114 mit dem dritten Platz auf der Marathon-Prüfung die Gesamtführung. Der Südafrikaner Giniel de Villiers und dessen deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Toyota Hillux, Sieger 2009) sind Zweite. Abgesehen vom mysteriösen Unfall des polnischen Motorrad-Piloten Michal Hernik (KTM) auf der vierten Ertappe – der 39-Jährige wurde rund 300 Meter neben der Piste, ohne Helm, von einem Helikopter entdeckt – verläuft die Rallye bislang reibungslos.