Basketball

Europaliga: Ohne Radosevic unterliegt Alba in Kaunas

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Mit hängenden Köpfen schlichen die Basketballprofis von Alba Berlin vom Feld.

Sie ärgerten sich nicht nur über das 62:75 (28:35) im zweiten Europaliga-Zwischenrundenspiel bei Zalgiris Kaunas. Sie wussten auch, dass trotz der am Ende zu hohen Niederlage viel mehr drin war. In fast allen Bereichen war man mindestens gleichwertig, lediglich bei erfolgreichen Dreipunktewürfen war der litauische Meister mit elf klar besser als Alba (3). Zwei Minuten vor Schluss lag das Team von Trainer Sasa Obradovic nur mit vier Punkten (60:64) zurück, am Ende ging aber gar nichts mehr. Jamel McLean (16 Punkte), Clifford Hammonds (13) und Marko Banic (12) waren die besten Werfer für Alba, das nun einen Sieg (gegen Barcelona) und eine Niederlage zu Buche stehen hat. „Wir haben weder defensiv noch offensiv unseren Rhythmus gefunden“, meinte Sportdirektor Mithat Demirel.

Was am Freitagabend besonders schwer wog und wohl entscheidend war: Alba musste auf Leon Radosevic verzichten. Der Kroate hat erneut Rückenprobleme und hatte die Reise nach Litauen erst gar nicht mitgemacht. Sicher eine große Schwächung für Alba, denn Center Radosevic hatte es bisher in elf Europaliga-Spielen im Schnitt auf 9,2 Punkte und 3,5 Rebounds gebracht. Der zweite Center, Jonas Wohlfarth-Bottermann, fehlt ja sowieso wegen einer Handverletzung. „Es hat uns einfach Stärke unter den Körben gefehlt“, bemängelte Obradovic.

Litauer bei Dreiern überlegen

Die Größenvorteile von Kaunas waren durch Albas Verletzungsprobleme noch eklatanter, und dass Litauer hervorragend Dreier werfen können, ist bekannt. Schnell lagen die Berliner mit 4:14 hinten. Wieder ein ähnlicher Fehlstart wie eine Woche zuvor gegen Barcelona. Damals kam Alba danach aber viel besser ins Spiel, was vor 8214 Zuschauern in der „Zalgirio Arena“ nicht der Fall war.

Ohne Radosevic waren die anderen Großen bei Alba besonders gefordert. Nach Anfangsproblemen steigerte sich McLean, auch Banic hatte gute Aktionen. Reggie Redding (6) hingegen spielte glücklos. Dass es zur Pause nur sieben Punkte Rückstand waren (28:35) und dass auch danach Alba dran blieb (einmal stand es sogar nur 51:53), lag auch daran, dass Kaunas ebenfalls viele Fehler unterliefen. „Schlechte Entscheidungen in der Offensive“ bemängelte Obradovic schon zur Pause. Danach wurde es bei seinem Team etwas besser, aber insgesamt blieb Alba gegen die weitaus erfahreneren Litauer hinter den Erwartungen zurück.

Am Sonnabend trifft beim Allstar Day der Bundesliga in Ulm eine internationale auf eine deutsche Auswahl. Im internationalen Team, das von Obradovic gecoacht wird, stehen McLean und Redding. Albas Niels Giffey hat es in die deutsche Mannschaft geschafft.

( BM )