Wintersport

Junge deutsche Biathletinnen überraschen in Oberhof positiv

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Der Wind peitschte noch immer durch die Skiarena, als Franziska Preuß und Vanessa Hinz das simple Erfolgsgeheimnis für ihre starken Sprintleistungen beim Biathlon-Weltcup in Oberhof verrieten.

„Ja mei, wir sind halt eine Outdoor-Sportart. Und wer sich auf die Bedingungen am besten einstellt, kommt eben nach vorne“, sagte Hinz, die über 7,5 Kilometer einen starken siebten Rang belegte. Preuß lief sogar auf den vierten Platz, verpasste das Podium um gerade einmal 3,4 Sekunden und sagte auch deshalb forsch: „Ich glaube, dass ich bald das Podest angreifen werde.“

Bei stürmischen Bedingungen standen dort am Freitag jedoch noch andere. Ganz oben zum ersten Mal in ihrer Karriere beispielsweise die Tschechin Veronika Vitkova, die sich trotz zweier Strafrunden vor der Italienerin Dorothea Wierer (8,8 Sekunden zurück/1 Strafrunde) durchsetzte. Rang drei ging an deren Landsfrau Nicole Gontier (19,1/0).

Ein besonderes Lob hatten sich auch ohne Podestplatz unterdessen Preuß und Hinz verdient. Zwar hatten vor 9000 Zuschauern diesmal weder Nebel noch Regen die Bedingungen erschwert, dafür aber machten die Ausläufer von Orkantief Elon das Schießen zu einer heiklen und extrem anspruchsvollen Angelegenheit. „Knifflig“, sagte Bundestrainer Gerald Hönig, „ist es vor allem, wenn der Wind inmitten einer Serie wechselt.“

Umso erstaunlicher war es, dass ausgerechnet die beiden Youngster nach dem schwachen zehnten Platz mit der Staffel zum Auftakt des Weltcups besonnen zu Werke gingen. „Bei diesen Bedingungen muss man reagieren und improvisieren können. Das haben sie gut gemacht“, lobte Ex-Biathlet und ZDF-Experte Sven Fischer.

Erster Weltcupsieg für Vitkova

Preuß, mit 20 Jahren die jüngste im deutschen Team, schoss zwar im ersten Anschlag eine Fahrkarte. Weil sie aber stehend alle Scheiben traf und auf der Schlussrunde noch schneller wurde, stellte sie ihr bislang bestes Resultat im Weltcup ein. „Wenn man in den Abfahrten unaufmerksam ist, dann verschlägt es einem schnell die Ski, und man stürzt leicht“, erklärte Preuß: „Man muss eben das Gewicht gut ausbalancieren. Manchmal klappt es, manchmal leider nicht.“

Sofern das wechselhafte Wetter im Thüringer Wald mitspielen wird, findet am Sonnabend der Sprint der Männer statt. Zum Abschluss am Sonntag stehen die Massenstarts auf dem Programm – bis dahin sollen sich laut Wetterprognosen auch wieder die äußeren Bedingungen normalisiert haben.

( sid )