Volleyball

Zeit der Experimente bei den BR Volleys ist endgültig vorbei

Manager Niroomand fordert eine klare Stammformation

„Wenigstens haben wir einen Punkt mitgebracht.“ Kaweh Niroomand, der Geschäftsführer der BR Volleys, nahm das 2:3 seiner Mannschaft beim Bundesliga-Aufsteiger SVG Lüneburg mit der Gelassenheit eines erfahrenen Mannes, der seit ewigen Zeiten im Volleyball-Geschäft ist. „Noch ist nichts passiert.“ Will sagen: Noch ist Tabellenführer VfB Friedrichshafen nicht so weit enteilt, dass es dem amtierenden Meister Berlin nicht gelingen könnte, nach der Punkterunde doch noch als Erster ins Play-off zu gehen. So weit, so gut.

Aber Niroomand hat auch ein gutes Gespür dafür, wann es Zeit ist, klare Ansagen zu machen. Denn: „Dass uns so ein Spiel aus den Händen gleitet, beunruhigt mich.“ Weil es eben nicht das erste Mal in dieser Saison war, dass die Volleys nicht stabil genug agierten, um ihr Spiel durchzuziehen. Zwar lässt er auch ein paar mildernde Umstände gelten: Seit Mitte Dezember habe sein Team eine zu lange Spielpause gehabt, die ihr nicht gutgetan habe. Zudem sei zuletzt viel und hart trainiert worden. Und in ihrer „erweiterten Schulsporthalle“ seien die Lüneburger, von der Euphorie ihrer 800 Fans getragen, über sich hinausgewachsen.

Doch das sind eher Nebenschauplätze. Wichtig ist der Blick auf die eigene Leistung. Niroomands Hauptaussage: „Die Zeit der Experimente ist jetzt vorbei.“ Sie seien der Grund für die Niederlage gewesen. Hinter dem Satz verbirgt sich eine klare Botschaft an Trainer Mark Lebedew: Er muss nun aufhören, wie erneut in Lüneburg praktiziert, mal den einen, mal den anderen spielen zu lassen. Niroomand fordert deutlich: „Es muss jetzt eine klare Stammformation geben.“

Es liegt in der Natur der Sache, dass Unterschiedliches getestet werden musste, auch, weil vier Neue (Erik Shoji, Christian Dünnes, Rob Bontje und Francesco De Marchi) zu integrieren waren. Aber diese Phase müsse nun, knapp drei Monate nach Saisonbeginn, vorbei sein. Dass Lebedew zum Teil nicht mit der Stammbesetzung begonnen hat (beispielsweise stand erst einmal De Marchi anstelle von Robert Kromm auf dem Feld), sei vom Trainer zwar „gut gemeint“ gewesen. Aber: „Diejenigen, denen er das Vertrauen geschenkt hat, haben ihm das nicht unbedingt zurückgegeben.“

Dass die Volleys eine hohe individuelle Klasse besitzen, steht außer Frage. Es ist noch nicht lange her, dass Lebedews Mannschaft eine großartige Leistung beim 3:0-Sieg in der Champions League in Rzeszow (Polen) gezeigt hat. Niroomand weiß: „Noch haben wir es in eigener Hand.“