Geschwister

Getrennt stürmen, gemeinsam siegen

Berliner Brüderpaar kämpft in der Hockey-Bundesliga um die Torjägerkrone

Für Hockeyspieler Fabian Posselt geht es an diesem Wochenende gleich in doppelter Hinsicht darum, Platz eins zu verteidigen. Seine Mannschaft TuS Lichterfelde will in den beiden Partien am Freitag (20:30 Uhr, Cole-Sports-Center) gegen den Berliner Hockey-Club und tags darauf gegen die Zehlendorfer Wespen (17 Uhr, Kiriat-Bialik-Halle) die Tabellenspitze in der Ost-Staffel der Hallenhockey-Bundesliga bewahren – und Fabian Posselt die Führung im Familien-Torjägerduell mit Bruder Tobias. Derzeit hat Fabian Posselt mit 13 zu elf Toren die Nase vorn.

Dem Torriecher der beiden Brüder ist es hauptsächlich zu verdanken, dass der TuS Lichterfelde nach zuletzt drei schwächeren Jahren in dieser Saison wieder vorne mitmischt. Sollte der Klub nun auch noch den BHC und die Wespen schlagen, wäre TuS Li Platz eins wohl nicht mehr zu nehmen; mit zumindest einem Erfolg wäre immerhin die Qualifikation fürs Viertelfinale in greifbare Nähe gerückt. „Wenn man zur Weihnachtspause Tabellenführer ist, dann muss das Ziel am Ende mindestens Platz zwei sein“, sagt Fabian Posselt. Favorit auf den Staffelsieg bleibt für den 26-Jährigen allerdings das BHC-Team, auch weil es in der entscheidenden Phase der Saison wieder auf seine Nationalspieler zählen kann, die bislang wegen der Champions Trophy in Indien nicht zur Verfügung standen. Zudem dient dem BHC die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften Ende Januar in der Max-Schmeling-Halle als zusätzliche Motivation.

Allerdings wollen sich die Lichterfelder nicht kampflos geschlagen geben. „Wir haben auch gegen den BHC eine Chance“, sagt Tobias Posselt. „Es läuft zurzeit einfach rund bei uns. Wir haben sehr gut hineingefunden in die Saison und in einigen Partien auch das nötige Quäntchen Glück gehabt. Die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft hat uns durch die Saison getragen“, so der 24-Jährige. Sein Trainer Dennis Gebhard ergänzt: „Wir spielen nun schon seit mehreren Jahren in fast derselben Besetzung zusammen. Da Hallenhockey viel mit Abstimmung zu tun hat, ist das natürlich ein großer Vorteil.“

Nutznießer ist vor allem Tobias Posselt. Er ist ein klassischer Torjäger, der fast immer an der richtigen Stelle steht, um die Pässe seiner Mitspieler zu versenken. „Er hat einen Torriecher“, sagt Coach Gebhard. Fabian Posselt hingegen ist eher der mitspielende Stürmertyp, er kreiert sich die meisten seiner Chancen selbst. „Mit seiner Kreativität und seinem Spielverständnis sorgt er gerade in engen Spielen immer wieder für die entscheidenden Momente“, so Gebhard über seinen Kapitän. „Ich bin ein Hallenspezialist“, meint Fabian Posselt. Draußen trifft er deutlich seltener, auch weil er dort zumeist im Mittelfeld anstatt im Angriff eingesetzt wird.

Teamerfolge haben Vorrang

Doch obwohl sie solch unterschiedliche Spielertypen sind, stehen die Geschwister nur selten gemeinsam auf dem Feld. Jeder von ihnen führt eine der beiden Sturmreihen des TuS Lichterfelde an, die blockweise gewechselt werden. „Manchmal wünsche ich mir, häufiger mit meinem Bruder zusammenzuspielen“, sagt Tobias Posselt. Letztlich zähle aber vor allem der Erfolg des Teams. Dafür würden beide Posselt-Brüder wohl sogar auf Rang eins in der familieninternen Torjägerliste verzichten.